Deutsche Bank Wann ist ein Kunde reich?

Die Deutsche Bank öffnet erneut die Büchse der Pandora. Schon wieder sollen die Kunden der Frankfurter Großbank nach der Höhe ihres Vermögens segmentiert werden.

Berlin - Der Umbau des Privatkundengeschäfts der Deutschen Bank  wird laut einem Zeitungsbericht weit reichende Konsequenzen für die zweite Führungsebene des deutschen Branchenprimus haben. Betroffen sei vor allem die Leitung des neu geschaffenen Segments "Private und Geschäftskunden", schreibt "Die Welt" in ihrer Mittwochausgabe unter Berufung auf ein internes Memorandum vom Dienstagabend.

In dem neu geformten Geschäftsbereich hat die Bank erst vor kurzem das standardisierte Privatkundengeschäft der Deutschen Bank 24, das gehobene Private Banking sowie die Aktivitäten mit mehr als 100.000 kleinen und mittleren Unternehmen gebündelt. Das Geldinstitut unterscheidet dem Bericht zufolge in Zukunft zwischen fünf Kundensegmenten (Girokonten und Kreditkarten, Vermögensaufbau, Private Banking, Geschäftskunden, Online-Banking), die sich zum Teil überschneiden. Brisanz stecke vor allem darin, nach welchen Kriterien sich die Leiter der einzelnen Segmente das Kundenportfolio aufteilen.

Die erste wichtige Grenze soll laut "Welt" bei 500.000 Euro Depotvolumen gezogen werden. Bis zu diesem Betrag würden die Kunden der von Rainer Neske geleiteten Sparte "Vermögensaufbau" zugeordnet werden.

Kunden mit einem Anlagevermögen zwischen 500.000 Euro und zwei Millionen Euro werden von der Sparte "Private Banking" betreut. Für die Kunden mit mehr als zwei Millionen Euro ist das neu geschaffene und von Pierre de Weck als eigenständige Einheit geleitete Ressort "Private Wealth" zuständig.

Zuwachs bei den Superreichen

Bisher lag die Abgrenzung nach unten bei fünf Millionen Euro. Somit werden einige der bisherigen 530.000 Private-Banking-Kunden in der Klienten-Hierarchie der Frankfurter Großbank aufsteigen. Aktuell zählt die Deutsche Bank weltweit rund 10.000 ihrer Kunden zu den Superreichen.

Der Leiter der Sparte "Private und Geschäftskunden", Herbert Walter, wolle in den nächsten Wochen entscheiden, wo die Grenzen gesetzt werden. Die Bank will dabei allerdings keine rigide Abgrenzung: "Der Kunde wird letztendlich entscheiden, welches Angebot er wählt."

Das Vermeiden von starren Grenzen ist gut nachvollziehbar. Bei der damaligen Einführung der Deutschen Bank 24 hatte sich der Finanzkonzern bei vielen Kunden die Finger verbrannt. Vor allem leitende Angestellte und Selbstständige fühlten sich zu "Kunden zweiter Klasse" degradiert. Allerdings lag die damalige Selektionslinie schon bei rund 200.000 Mark Anlagevermögen.

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