France Télécom Neue Windrichtung

Die Franzosen überdenken den Verkauf ihres Anteils am italienischen Telekom-Anbieter Wind.

London - Die "Financial Times" (FT) schreibt in ihrer Montagsausgabe, Grund sei eine Umbesetzung im Management des Wind-Mehrheitseigners Ente Nazionale Energia Elettrica (Enel). Der Vorstandsvorsitzende von France Télécom, Michael Bon, sagte im Gespräch mit der FT, falls die neue Führung die Strategie für das italienische Konsortium ändere, "könnten die Dinge anders aussehen". France Télécom hält zurzeit 26,6 Prozent an Wind.

Im März hatte der französische Telekommunikationsanbieter angekündigt, er werde seinen Anteil an Wind verkaufen. Zu dieser Zeit wurde die Gesellschaft auf einen Börsengang vorbereitet, der nach Meinung von Analysten ein Volumen von 15 Milliarden Euro erreichen könnte. Der Verkauf des Anteils sei ein angemessener Schritt, um die Verbindlichkeiten von France Télécom, die über 60 Milliarden Euro betragen, zu vermindern, meinten viele Marktbeobachter.

Zwar wolle France Télécom ihren Anteil weiterhin veräußern, sagte am Wochenende ein Sprecher des Konzerns. Jedoch hänge die Art und Weise des Verkaufs nun von der Strategie des neuen Managements ab, schränkte er ein.

Allerdings haben bis jetzt offensichtlich noch keine Gespräche zwischen Bon und dem neuen CEO von Enel, Paolo Scaroni, statt gefunden. Gerüchten zufolge könnte Wind in zwei Teile gespalten werden: den Festnetzbereich und die Mobilfunksparte. Dann könnte es möglich sein, dass France Télécom durch einen Tausch ihres Festnetzanteils eine Kontrolle des Mobilfunkarms anstrebe, ist zu hören. Dieser passe gut zur europäischen Strategie des Konzerns, begründen Experten ihre Spekulationen. Sie verweisen dabei auf die Bemühungen von France Télécom, die Kontrolle über den deutschen Anbieter Mobilcom  zu erlangen.

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