Klöckner & Co. Isle of Money

Eine Insel mit zwei Konten - ein KPMG-Gutachten belastet die Alaghbad-Brüder schwer. Die Geschichte um die 120 verschwundenen Millionen geht weiter.

Hamburg - In der Affäre um die beim Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co. (KlöCo) verschwundenen 120 Millionen Euro hat sich der Betrugsverdacht gegen die Balli-Gruppe erhärtet. Das berichtet DER SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe. In einem Entwurf zu einem Sondergutachten geht die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG davon aus, dass die Millionen auf zwei Konten der Klöckner Limited mit Sitz auf der britischen Isle of Man geflossen seien.

Vollmacht für diese Konten hätten laut KPMG nur Balli Chef Vahid Alaghband, seine Brüder Hassan und Nasser, sowie deren Finanzexperte David Spriddell gehabt. Raimund Müser, bis Februar dieses Jahres Vorstandschef bei KlöCo, hatte hingegen keine Vollmacht für diese Konten.

"Wir sind unter die Räuber gefallen"

Als der Energie-Konzern Eon  sich am 16. Oktober 2001 von KlöCo trennte, sagte Unternehmenschef Ulrich Hartmann: "Töchter geben wir nur in gute Hände." Angesichts der aktuellen Ereignisse eine wohl nicht mehr zu haltende Behauptung. "Wir sind unter die Räuber gefallen", zitiert DER SPIEGEL einen Klöckner-Manager.

Laut des Magazin-Berichtes entstand die Klöckner Limited aus der Aimo Trading heraus bereits am 5. Oktober 2001, also bereits vor der offiziellen Übernahme von KlöCo durch die von den Alaghband-Brüdern gegründete Balli-Gruppe. Auch die Konten für KlöCo sollen schon vor Abschluss der Transaktion eingerichtet worden seien.

Amerika contra Deutschland

Balli-Chef Vahid Alaghband ist sich keiner Schuld bewusst. "Unser Unternehmen ist vom angloamerikanischen Führungsstil geprägte Familienfirma, Klöckner ein deutsches Traditionsunternehmen", schiebt der Exil-Iraner die aktuellen Ungereimtheiten auf die kulturellen Unterschiede und räumt nur ein, Aufsichtsrat und Vorstand nicht genügend informiert zu haben.

KlöCo: Den eigenen Kaufpreis finanziert

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