Deutsche Post Warnstreiks drohen

Ab Dienstag könnten Briefe verspätet ankommen. Die Gewerkschaft hat zu Warnstreiks aufgerufen.

Berlin - Ab dem 4. Juni sei mit eingeschränkten Postdienstleistungen zu rechnen, teilte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Rolf Büttner, in Berlin mit. Verdi verfolge eine "Mini-Max-Streiktaktik", um die Arbeitgeber zu veranlassen, ein verhandlungsfähiges Angebot zu machen. So werde es in der kommenden Woche zu einer schrittweisen Steigerung jeweils regional ausgelegter Maßnahmen kommen, sagte der Verdi-Vertreter.

Die dritte Verhandlungsrunde im Tarifstreit bei der Post ist für den 10. und 11. Juni angesetzt. Wenn es dann keinen Durchbruch gebe, müsse sich Deutschland auf einen langen Poststreik einstellen, erklärte Büttner.

Bei der Post sorgte die Nachricht über bevorstehende Warnstreiks für Empörung: "Wir finden die Mitteilung merkwürdig, da wir uns noch in einem mit Verdi vereinbarten Zeitplan für Verhandlungen befinden", erklärte ein Post-Sprecher. Daher gebe es absolut keinen Grund, jetzt zu streiken. Die Post sei zuversichtlich, dass es bei den ab 10. Juni angesetzten Gesprächen einen großen Schritt nach vorne gebe. Ob es im Rahmen möglicher Streiks zu Einschränkungen bei den Post-Diensten komme, hänge davon ab, was Verdi unternehme, sagte der Sprecher. "Wir werden alles unternehmen, um die Auswirkungen auf unsere Kunden einzudämmen. In der Mitteilung von Verdi ist nicht klar, was sie vorhaben - wir werden abwarten und sehen."

Die Dienstleistungsgewerkschaft fordert für die 240.000 Beschäftigten der Deutschen Post  6,5 Prozent mehr Geld. In den ersten beiden Verhandlungsrunden hatten die Arbeitgeber noch kein Angebot vorgelegt.

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