Holzmann Jetzt wird filetiert

Der Ausverkauf des Konzerns dürfte sich beschleunigen. Das Insolvenzverfahren ist eröffnet.

Frankfurt am Main - Gut zwei Monate nach dem Antrag auf Insolvenz hat das zuständige Amtsgericht am Samstag das Insolvenzverfahren gegen den traditionsreichen Frankfurter Baukonzern Philipp Holzmann eröffnet. Das Verfahren sei wegen der Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft eröffnet worden, teilte das Amtsgericht Frankfurt mit. Zum Insolvenzverwalter wurde der bisherige vorläufige Insolvenzverwalter Ottmar Hermann bestellt, hieß es.

Auch gegen die Holzmann-Tochter Imbau Industrielles Bauen GmbH (Imbau) sei das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Zur Insolvenzverwalterin wurde in diesem Fall die Rechtsanwältin Angelika Amend aus Kronberg bestellt. Imbau hatte am 9. April Antrag auf Insolvenz gestellt.

Die Philipp Holzmann AG war nach einem langen Überlebenskampf am 21. März gezwungen gewesen, Insolvenz zu beantragen, nachdem sich die Gläubigerbanken nicht auf ein Rettungskonzept hatten verständigen können. Die 1849 gegründete und einst größte deutsche Baufirma hatte 2001 Verluste von 237 Millionen Euro verbucht. Zuletzt standen in Deutschland rund 10.000 Beschäftigte auf den Gehaltslisten, weltweit waren es rund 20.000.

Mit der erwarteten förmlichen Einleitung des Insolvenzverfahrens dürfte sich die Zerschlagung des Konzerns beschleunigen. Die niederländische Baufirma Heijmans will nach eigenen Angaben Teile des inländischen Holzmann-Geschäfts übernehmen und dabei offenbar auch den traditionsreichen Namen Holzmann beibehalten. Beim Auslandsgeschäft außerhalb der USA hat der algerische Konzern El-Khalifa Interesse bekundet, und für die US-Sparte werden dem Wiesbadener Konkurrenten Bilfinger + Berger gute Chancen eingeräumt. Für den Straßenbaubereich Deutsche Asphalt interessieren sich zwei Bewerber. Ungewiss ist jedoch bei allen Übernahmevarianten, wie viele Arbeitsplätze im Verlauf des scheibchenweisen Verkaufs von Holzmann übrig bleiben werden.

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