Commerzbank Deutlich am Ziel vorbei

Um die Dividende von 0,4 Euro zahlen zu können, muss die Commerzbank die Rücklagen anzapfen.

Frankfurt – Auch wenn Klaus-Peter Müller, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank , am Freitag auf der Hauptversammlung in der Jahrhunderthalle in Frankfurt-Höchst seinen Aktionären Hoffnung auf einen "milden Aufschwung" machte, musste er auch das Verfehlen wichtiger Ziele eingestehen.

So wird laut Müller das Turnaround-Programm "CB 21" wegen der "veränderten Marktverhältnisse" und der "reduzierten Erwartungen im Allfinanzgeschäft" nur knapp 40 Prozent der erwarteten Beiträge liefern. Ursprünglich hatte das Institut für 2001 bis 2003 mit zusätzlichen Erträgen aus dem CB-21-Programm in Höhe von 1,6 Milliarden Euro gerechnet.

Müller sagte, dass den Aktionären vom Vorstand eine Dividende von 0,4 Euro je Aktie vorgeschlagen wird. Da der Jahresüberschuss des vergangenen Jahres aber nicht ausreiche, um diese Zahlung zu erbringen, werde der Konzerngewinn durch eine Auflösung von Gewinnrücklagen in Höhe von 115 Millionen Euro auf 217 Millionen Euro erhöht.

Weiter sagte Müller, dass die Commerzbank auch im laufenden Geschäftsjahr hinter der "international üblichen" Eigenkapitalrendite von 15 Prozent zurückbleiben werde. Ohne die Effekte aus der Entkonsolidierung der Rheinhyp – die Hypothekentochter geht in der gemeinsam mit Deutscher Bank  und Dresdner Bank gegründeten Eurohypo auf – werde seine Bank ihr Eigenkapital in 2002 nur mit vier bis fünf Prozent verzinsen.

Der Commerzbank-Chef sprach sich gegen die aus Regierungskreisen gemachten Vorschläge zum Aufbau einer "Mittelstandsbank" aus. Die Commerzbank sehe sich als kompetenten Finanzdienstleister für den privaten Kunden, den deutschen Mittelstand und für große Firmenkunden und Institutionen in Europa sowie für multinationale Unternehmen aus aller Welt. Da es in Deutschland kaum noch Banken gebe, die alle Kundengruppen flächendeckend bedienen könnten oder wollten, sehe er für die Commerzbank hier gute Chancen.