Mobilcom Galgenfrist für Gerhard Schmid

Die Tage von Gerhard Schmid als Chef und Eigentümer der Mobilcom scheinen gezählt. Nach der Demütigung auf der Hauptversammlung am Donnerstag soll er jetzt auch noch weniger Geld für seine Aktien bekommen.

Hamburg - France Télécom  steht unmittelbar davor, die Kontrolle über Mobilcom  zu übernehmen, Gründer Gerhard Schmid auszuzahlen und ihn als Vorstandsvorsitzenden abzulösen. Das Geschäft solle in der nächsten Woche im Aufsichtsrat beschlossen werden, erfuhr die "Financial Times Deutschland" aus dem Gremium

Bedingung sei, dass Schmid bis nächste Woche zurücktrete. "Der Rücktritt ist Teil des Gesamtpakets, das wir in der nächsten Woche beraten werden", zitiert das Blatt einen Aufsichtsrat in ihrer Freitagsausgabe.

France Télécom wolle Schmid statt der vom Gründer verlangten 22 Euro je Aktie nur noch rund 20 Euro pro Mobilcom-Papier zahlen. Ein Sprecher von France Télécom in Paris wollte die Vorgänge auf der Hauptversammlung in Hamburg laut des Berichts nicht kommentieren. In Konzernkreisen hieß es, Schmid müsse sich binnen einer Woche entscheiden.

Da Schmid, der Mobilcom vor elf Jahren gegründet und vor fünf Jahren an die Börse gebracht hatte, sich auf der Hauptversammlung (HV) bereit erklärte, dass umstrittene Aktienoptionsprogramm innerhalb von sieben Tagen rück abzuwickeln, wurde auf der HV der Antrag zurückgezogen, die gesetzeswidrigen Umstände einer weiteren Untersuchung zu unterziehen. Somit kann Schmid zumindest hoffen, dass er von einer weiteren Schlammschlacht verschont bleibt.

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