Burger King "Wir wollen uns doch nicht das Geschäft verwässern"

Der Ankündigung von McDonald's, bald Waren aus dem Non-Food-Bereich in seinen Filialen anzubieten, folgt Konkurrent Burger King nicht: "Das machen doch schon tausend andere", sagt Pascall Le Pellec. manager-magazin.de sprach mit dem Deutschland-Chef der zweitgrößten Fastfoodkette.
Von Christian Buchholz

mm.de:

Macht Ihnen die Ankündigung von McDonald's Angst?

Le Pellec: Aber nein. Wir sind erfolgreich, weil wir in unserem Kerngeschäft flexibel sind. Es gab zwar schon ein paar Mal Merchandising-Produkte bei Burger King - aber damit wollen wir nicht wirklich unseren Gewinn vermehren.

mm.de: Der ist wie hoch?

Le Pellec: Das wird nicht bekanntgegeben. Aber unser Umsatz in Deutschland ist im vergangenen Jahr um 16,5 Prozent gestiegen, unseren Marktanteil haben wir um sechs Prozent ausgebaut.

mm.de: Aber die von McDonald's angekündigten Pläne scheinen logisch: Die Leute, die zu McDonald's gehen, könnten doch auch Taschen, Walkman, Handys oder Baseballkappen kaufen, während sie ihr Essen bezahlen.

Le Pellec: Nein, nein. Mit solchen Ideen verwässert man sich nur das Geschäft. Mit dieser Idee versuchen es doch schon tausende anderer Anbieter wie Tchibo oder die Tankstellen. Wir müssen auf diesem Feld nicht mitmischen.

mm.de: Können Sie das mittelfristig wirklich ausschließen?

Le Pellec: Wenn es ein Produkt oder einen Service gibt, den unsere Kunden wünschen, etwas Einzigartiges - dann werden wir es anbieten - warum nicht? Aber das wird immer eine Ausnahme bleiben.

mm.de: Die aktuelle Ausnahme ist ein Fußballspiel mit zehn Comicfiguren der Simpsons zum Sammeln.

Le Pellec: Ja, eine Beigabe zu den Kindermenüs. Das kommt jetzt, zur WM, gut an - und darum machen wir es. Nicht, weil es für unser ein tolles Zusatzgeschäft ist.

mm.de: McDonald's bietet eine Spiele-CD zur WM, die - ohne Essen - drei Euro kostet. Da könnte eine Gewinnspanne enthalten sein, die Ihnen entgeht...

Le Pellec: Ach, wenn Sie meinen. Wir machen uns lieber Gedanken darüber, wie wir unsere Restaurants noch schöner gestalten können oder mit welchen Menü-Ideen wir den Kündenwünschen noch besser entsprechen.

mm.de: Und das genügt, um auf der Erfolgsspur zu bleiben?

Le Pellec: Neben ständigen Verbesserungen im Kerngeschäft wollen wir allein in Deutschland die Zahl unserer Filialen bis Jahresende um etwa 50 erhöhen. Wir haben erst vor fünf Jahren damit begonnen, in Deutschland richtig loszulegen - und sind immer noch mitten dabei.

mm.de: Für die neuen Filialen suchen Sie offenbar bevorzugt Standorte, von denen aus man das nächste McDonald's schon sehen kann.

Le Pellec: Das ergibt sich so. McDonald's hat seine etwa 1200 Filialen in Deutschland an Standorten postiert, wo Kundenfrequenz, Erreichbarkeit mit dem Auto und weitere wichtige Merkmale für unser Geschäft stimmen. Wenn wir nicht überzeugt wären, dass hier Platz für zwei wäre, würden wir nicht bauen.