Fiat Drei starke Brüder helfen

Italienische Banken unterstützen den angeschlagenen Konzern mit einem Darlehen in Milliardenhöhe.

Turin – Erleichterung im Hause Fiat: Der angeschlagene Konzern erhält eine Finanzspritze in Milliardenhöhe. Drei italienische Banken greifen dem Autokonzern mit einer Kapitalerhöhung von drei Milliarden Euro unter die Arme. Das teilten die Institute Banca di Roma, IntesaBCI und SanPaolo IMI als auch Fiat in Turin mit.

Das Refinanzierungspaket sei nicht als Rettungsplan seitens der Banken zu verstehen, betont der Chef der italienischen Bank Sanpaolo, Rainer Masera. Mit der Unterstützung der Finanzinstitute solle der Autokonzern die Möglichkeit haben, eine schwierige Zeit durchzustehen und sich in den nächsten Monaten auf seine Industriestrategie zu konzentrieren, sagte Masera am Mittwoch.

Verkauf nicht ausgeschlossen

Als Garantie für die Kapitalerhöhung stehe Fiat ab sofort ein Darlehen zur Verfügung. Mit dem Geld plane Fiat vor allem einen Teil seiner Schulden von derzeit 6,6 Milliarden Euro auf drei Milliarden Euro bis zum Jahresende zu verringern, so die Mitteilung der Banken.

Vor allem die verlustbringende Autosparte belastet den italienischen Urkonzern. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres belastete der Geschäftsbereich das Betriebsergebnis mit einem Verlust von 429 Millionen Euro.

Jüngst sorgten Spekulationen über einen möglichen Verkauf des Geschäftszweigs an den weltgrößten Automobilkonzern General Motors für Unruhe. Der stellvertretende Vorsitzende von Fiat, Umberto Agnelli, hatte erstmals nicht ausgeschlossen, dass die Autosparte künftig nicht mehr Teil des Konzerns sein könnte. Nun erhält auch dieser Bereich die Unterstützung der Banken. Die Institute werden 51 Prozent an dem Finanzdienstleister der Autosparte übernehmen.

Restrukturierung – auch im Vorstand?

Indes setzt der Konzern auf umfassende Umstrukturierungsmaßnahmen. Erst kürzlich hatte der Fiat-Konzern angekündigt, 2887 Stellen zu streichen. Die Autosparte ist mit 2442 Jobs am meisten betroffen.

Spekulationen, nach denen die Umstrukturierungsmaßnahmen auch die Vorstandsebende betreffen könnten, wies der Konzern zurück. Der Vorstandschef "Paolo Cantarella und die Führungsgruppe von Fiat arbeiten mit großer Hingabe und absoluter Loyalität für die Zukunft des Unternehmens und die Umsetzung der industriellen und finanziellen Pläne", hieß es in einer Mitteilung von Fiat-Präsident Paolo Fresco.