Sachsenring Bankgespräche gescheitert

Rettende Gespräche brachten bisher keinen Durchbruch - die Zwickauer stehen kurz vor dem Aus.

Frankfurt - Eine Insolvenz des Automobilzulieferers Sachsenring  wird nach Informationen aus Bankenkreisen immer wahrscheinlicher. Bei den rettenden Gesprächen mit den Finanzinstituten habe es keinen Durchbruch gegeben, war aus den Kreisen zu erfahren. Zwar seien alle Beteiligten weiter an einer Lösung interessiert, doch die Hoffnung auf ein Wunder schwinde.

Mit einem Insolvenzantrag des Zwickauer Unternehmens sei ab Donnerstag zu rechnen, obwohl auf Einladung des sächsischen Wirtschaftsministeriums für diesen Tag noch ein Treffen vorgesehen ist.

Vorstandschef zum Rücktritt bereit

Gläubigerbanken und Unternehmensleitung hatten sich am Dienstagvormittag in Dresden getroffen, um über die prekäre Finanzlage des am Neuen Markt gelisteten Unternehmens zu sprechen.

Aus Verhandlungskreisen hieß es weiter, Sachsenring-Vorstandssprecher Ulf Rittinghaus habe seine Bereitschaft zum Rücktritt angedeutet.

Neben dem Land Sachsen gehören die Commerzbank  und die Dresdner Bank  zu den Hauptgläubigern des Zwickauer Unternehmens. Die Banken wollten sich am Dienstagnachmittag ebenso wie das Wirtschaftsministerium nicht äußern. Auch Unternehmens-Sprecherin Günther sagte: "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können wir keine Aussagen machen."

Investoren verzweifelt gesucht

Der finanziell angeschlagene Automobilzulieferer ist seit Monaten auf der Suche nach einem strategischen Partner. Schon im Geschäftsbericht 2001 hieß es: "Insgesamt ist festzustellen, dass die Sicherung der Unternehmensgruppe langfristig nur durch neue Finanzmittel oder einen strategischen Partner gewährleistet ist."

Auf Investoren ist das Unternehmen dringend angewiesen. Die akuten Liquiditätsengpässe und überfälligen Verbindlichkeiten beziffert die Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf Insider auf 13 Millionen Euro. Firmenintern sei sogar von 17 Millionen Euro die Rede. Hierzu sollen 13,7 Millionen Euro kommen, die als lebensnotwendige Investitionen in den nächsten zwölf Monaten mobilisiert werden müssten.

Im Jahr 2001 erwirtschaftete das Zwickauer Unternehmen bei einem Umsatz von 271,2 Millionen Euro einen operativen Verlust (Ebit) von acht Millionen Euro.