Beiersdorf Erneut Objekt der Begierde

Der Kosmetikkonzern L'Oreal greift nach dem deutschen Konkurrenten. Die Franzosen sind besonders an der Marke Nivea interessiert. Sogar der Preis steht schon fest, berichtet die britische Presse. Die Aktie von Beiersdorf legt kräftig zu.

Frankfurt - Der französische Kosmetikkonzern L'Oréal will einem Zeitungsbericht zufolge seinen deutschen Konkurrenten Beiersdorf  für 13 Milliarden Euro übernehmen. Der bereits im Haarpflege-Bereich führende französische Konzern sei besonders an den Hautpflege-Produkten wie der Marke Nivea interessiert, berichtete am Sonntag die britische "Independent on Sunday". Das Angebot solle in den nächsten Wochen bekannt gegeben werden, hieß es in dem Bericht weiter unter Berufung auf L'Oréal-Kreise.

Das L'Oréal-Angebot entspräche einem Frankfurter Aktienhändler zufolge 155 Euro je Beiersdorf-Aktie. Am Montag Vormittag notierten die Beiersdorf-Aktien mit rund neun Prozent im Plus bei 137 Euro.

Beiersdorf würde mit seiner wichtigsten Marke Nivea das Produktangebot von L'Oréal, das sich überwiegend auf den Haarmarkt konzentriert, hervorragend ergänzen, schreibt die Zeitung mit Hinweis auf Analysten. Im Falle einer Übernahme würde L'Oréal dem Bericht zufolge sich von einigen Beiersdorf-Segmenten wie beispielsweise dem Verbands- oder Pflastersegment trennen. Weder L'Oreal noch Beiersdorf wollten den Bericht bis Pfingstmontag kommentieren.

Die Analysten von Credit Suisse First Boston halten eine Übernahme durch L'Oréal indes für unwahrscheinlich. Der französische Konzern habe in der Vergangenheit nur dann Unternehmenszukäufe getätigt, wenn er damit Lücken im eigenen Produktportfolio schließen konnte. L'Oréal habe vor allem Expansionsbedarf in den Emerging Markets, so die Experten. Mit der Übernahme von Beiersdorf sei diese Lücke jedoch nicht zu schließen, da der Konzern 90 Prozent seiner Umsätze in Westeuropa und den USA erwirtschafte.

In den vergangenen Monaten hatte es mehrfach Spekulationen über eine Veränderung des Aktionärskreises bei Beiersdorf gegeben. Als Interessent für eine Übernahme galt neben L'Oréal auch der US-Konzern Procter & Gamble. Zudem hatte im März die Tchibo-Holding Interesse an der Aufstockung ihres Beiersdorf-Anteils von derzeit knapp über 30 Prozent bekundet.

Größter Aktionär bei der im MDax notierten Beiersdorf ist der Münchener Finanzkonzern Allianz  mit einem Anteil von 43,6 Prozent. Mitte April hatte es aus Kreisen geheißen, die Allianz verhandele mit mehreren Interessenten über den Verkauf dieses Anteils.

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