VW/Audi Murren in Ingolstadt

Der neue Luxus-VW Phaeton soll vom alten Platzhirsch Audi A8 nicht zu früh angegriffen werden. Deshalb wurde eine Präsentation des frischen Ingolstädter Top-Modells, vorgesehen für Juli, gestrichen. Das Audi-Management ist "not amused".

Wolfsburg / Ingolstadt - Die geplante Vorstellung des neuen Audi-Luxusmodells A8  wird von Mitte Juli auf den Spätsommer verschoben. Das meldet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe. Das produktionsreife Top-Modell der Ingolstädter VW-Tochter soll den neuen Luxus-Volkswagen Phaeton  nicht in den Schatten stellen, der am 31. Mai zu Preisen ab 56.200 Euro auf den Markt kommt.

Gegenüber manager-magazin.de bestreitet Audi-Sprecher Rudolf Schiller allerdings den Aufschub: "Ich habe mein Hotel für die A8-Präsentation bereits vor sieben Monaten gebucht - seitdem gab es keine Veränderung im Zeitplan."

Fakt ist aber auch, dass es Planungen im Konzern gab, den A8 auf einer sogenannten "Standpräsentation", bei der keine Testfahrten angeboten werden, bereits Mitte Juli dem Fachpublikum zu präsentieren. Dieser Plan wurde verworfen.

Neuer Audi wird deutlicher leichter als der Phaeton

Schon heute ist allerdings klar, dass der A8 dem Phaeton zumindest in zwei wichtigen Punkten überlegen sein wird. So ist er mit seiner Aluminiumkarosserie gut 300 Kilogramm leichter geplant als der Phaeton, der in der Spitzenmotorisierung mit zwölf Zylindern 2,3 Tonnen wiegt.

Außerdem stehen für den A8 schon heute mehr Antriebsvarianten zur Verfügung als für den Phaeton. Dem neuen VW fehlt beispielsweise eine Modellvariante mit einem in dieser Klasse wichtigen Achtzylinderantrieb.

Auch preislich dürfte der neue A8 dem Phaeton zumindest die Stirn bieten. Das aktuelle Modell wird bereits für 9000 Euro weniger angeboten als der neue Phaeton. Im Ingolstädter Audi-Management herrsche über die Entscheidung der Konzernleitung große Verärgerung.

Laut SPIEGEL hängt die Rückstellung auch mit dem Wechsel an der Audi-Spitze zusammen. Der bisherige Audi-Vorstand Franz-Josef Paefgen hatte auf einen strengen Zeitplan für die Vorstellung des A8 Mitte Juli geachtet. Der Plan soll jedoch Makulatur geworden sein als Martin Winterkorn die Konzernspitze übernahm. Winterkorn war zuvor bei VW für die Entwicklung des Phaeton verantwortlich.

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