Opel "Wir fahren eine Null-Fehler-Strategie"

Die Rüsselsheimer weisen Meldungen zurück, nach denen sie die Produktion des Vectra drosselten.

Rüsselsheim - "Opel fährt die Produktion seines Hoffnungsträgers Opel Vectra zurück". Die Nachricht dürfte in der Rüsselsheimer Konzernzentrale für Unruhe gesorgt haben. Die "Automobilwoche" hatte in ihrer Montagsausgabe gemeldet, der angeschlagene Automobilkonzern drossele die Fertigung seines wichtigsten Neuwagens für dieses Jahr um 15 Prozent.

Das Blatt berief sich auf Aussagen des Opel-Betriebschefs Klaus Franz. Statt der möglichen 850 Autos würden in Rüsselsheim derzeit täglich nur 409 Wagen gefertigt, zitierte das Blatt den Betriebschef.

"Wir steigern statt zu drosseln"

Die Konzernzentrale dementierte. Es sei zwar richtig, dass Opel das Werk zurzeit unter einer Auslastung von 409 Fahrzeugen täglich fahre. Doch sei die Produktion nicht auf 409 Wagen gesenkt, sondern gesteigert worden, so Unternehmenssprecher Rüdiger Assion zu manager-magazin.de. "Seit dem Start der Vectra-Produktion zu Jahresbeginn haben wir die Fertigungszahlen täglich gesteigert", erklärt der Sprecher.

"Wir fahren eine Null-Fehler-Strategie", sagt Assion. Qualität stehe vor Stückzahl, und Produktionsfehler seien tabu. Im Falle eines auftretenden Fehlers könne jeder Mitarbeiter von seinem Platz aus das Band anhalten und den Fehler beheben. Das koste Zeit.

Der Vectra soll die Wende bringen

Bis Ende des Jahres sollen bei voller Auslastung insgesamt 150.000 Vectra die Werkhallen verlassen. Die maximale jährliche Kapazität des Rüsselsheimer Werks belaufe sich auf 270.000 Wagen, so Assion. Zu der Zahl der Bestellungen für den Vectra, der seit dem 27. April bei den Händlern steht, wollte der Unternehmenssprecher sich nicht äußern.

Das neue Vectra ist zurzeit der einzige Hoffnungsträger des krisengeschüttelten Automobilkonzerns. In den vergangenen Jahren hatte die Tochter des US-Autokonzerns General Motors wegen einer veralteten Modellpalette und minderer Produktqualität deutlich an Marktanteil verloren. Im vergangenen Geschäftsjahr fuhr der Konzern den größten Betriebsverlust seiner Geschichte ein. Die Neuauflage des Mittel-Klasse-Klassikers soll wieder Geld in die Kassen spülen und 2003 die Wende bringen.


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