Herlitz Interessant für Investoren?

Schon Ende der Woche könnte der Insolvenzplan vorliegen. Das dürfte neue Investoren locken.

Für den insolventen Büroartikel-Hersteller zeichnet sich eine baldige Lösung ab. Der Insolvenzplan werde den Gläubigern bereits Ende dieser Woche und damit früher als geplant vorgelegt, berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD) unter Berufung auf einen Sprecher der Berliner Kanzlei Leonhardt & Partner. Die Kanzlei, die im Raum Berlin und Brandenburg bereits hunderte von Pleiten abgewickelt hat, leitet das Insolvenzverfahren.

Ursprünglich hatte der Insolvenzverwalter den Plan für Ende Mai angekündigt. Wegen der früheren Vorlage könnte das Verfahren nun bereits bis Ende Juni abgeschlossen werden, hieß es. Das traditionsreiche Berliner Unternehmen hatte Ende April den Insolvenzantrag gestellt.

Einigung mit Gläubigern in Sicht

Die Chancen auf eine baldige Einigung mit den Gläubigern seien hoch, sagte der Kanzlei-Sprecher der FTD. Wie hoch der Forderungsverzicht der Gläubiger ausfallen werde, sei noch unbekannt. Zuletzt habe der vorläufige Insolvenzverwalter Peter Leonhardt einen Forderungsverzicht von mindestens 100 Millionen Euro verlangt.

Die Verbindlichkeiten des einstigen Familienunternehmens belaufen sich nach den Angaben auf 400 Millionen Euro. Davon entfallen 300 Millionen Euro auf ein Konsortium aus elf Kreditinstituten unter Führung der HypoVereinsbank.

Interesse bei Investoren geweckt

Nach Angaben des Kanzlei-Sprechers steigen die Chancen, einen Investor für Herlitz zu finden, sobald die Frage des Insolvenzplans gelöst sei. Denn ohne die Altlasten könnte der Schreibwarenhersteller voraussichtlich bereits dieses Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben.

Nach früheren Angaben gibt es bisher drei Interessenten für das Gesamtgeschäft von Herlitz: zwei europäische Wettbewerber sowie eine deutsche Finanzgruppe.


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