Barilla Übernahmekampf in aller Öffentlichkeit

Guido Barilla will den Großbäcker Kamps unbedingt schlucken. Um sein Ziel zu erreichen, scheut er auch vor einer aggressiven Werbekampagne nicht zurück.

Rom/Düsseldorf - Obwohl Guido Barilla für sein zurückhaltendes Auftreten in der Öffentlichkeit bekannt ist, bereitet der Chef des weltgrößten Nudel-Konzerns einen öffentlich ausgetragenen Übernahmekampf um den größten europäischen Brothersteller Kamps vor. Das schreibt die "Financial Times Deutschland" in ihrer Donnerstagausgabe.

"Barilla wird eine Werbekampagne schalten, um den Kamps-Aktionären die Vorteile der Übernahme transparent zu machen", sagte ein Unternehmens-Kenner. Konzepte für Anzeigen lägen bereits in der Schublade. Barilla hatte diesen Montag ein Angebot vorgelegt, das den Kauf von Kamps für zwölf Euro pro Aktie oder 1,8 Milliarden Euro vorsieht.

Wunderbare Ergänzung

Barilla setzt bei seinen Expansionen ins Ausland auf eine gegenseitige Ergänzung der verschiedenen Produkte. Unternehmenschef Guido Barilla (42) sagte in einem Interview der italienischen Zeitung "Il Sole 24 Ore" (Mittwochausgabe), die Marken der Gruppe würden sich aber auch in Zukunft nicht überschneiden, sondern nebeneinander existieren. "Wasa, Kamps und Barilla sind komplementär untereinander und unsere Wahl fiel auf Kamps, weil wir an den Wert der Gruppe und den Industrieplan, den sie verfolgt, glauben", sagte Barilla. Der schwedische Knäckebrot-Hersteller Wasa war bereits 1999 von Barilla gekauft worden.

Bei der Übernahme von Kamps könne Barilla auf die finanzielle Unterstützung der Bankgruppe Bipielle zählen, hieß es weiter. Bipielle wolle sich als Investor mit 49 Prozent an der Operation beteiligen. Das Geschäft soll bar bezahlt werden und "falls es zu einem glücklichen Ende kommt, so glauben wir, dass die sicherlich sehr hohe Verschuldung neu verhandelt werden muss", sagte Barilla. Sein Unternehmen habe derzeit keine finanziellen Probleme: Die Barilla-Gruppe werde 2002 mit einer Verschuldung von nur 50 Millionen Euro abschließen.