Deutsche Bank Der Kanzler soll absegnen

Hat Josef Ackermann zu viel Macht? Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen prüft.

In der Frage der umstrittenen Führungsstruktur der Deutschen Bank hat Bundeskanzler Gerhard Schröder möglicherweise das letzte Wort. Die Bankenaufsicht möchte die hochpolitische Entscheidung nicht alleine treffen.

Die im Januar beschlossene Management-Organisation sieht laut einem Bericht des SPIEGEL vor allem eine Entmachtung des Vorstands zu Gunsten eines so genannten Executive Committee unter Führung eines weisungsberechtigten Vorsitzenden, des designierten Chefs Josef Ackermann, vor.

Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen hatte die Struktur geprüft und rechtliche Bedenken angemeldet. Die neuen Berichtslinien der Bank seien mit dem Aktiengesetz nicht vollständig vereinbar. Wegen der politischen Brisanz – schließlich wird in der Deutschen Bank auch einen Umzug nach London erwogen – hat die Bankenaufsicht ihren Prüfbericht an das Bundesfinanzministerium weitergeleitet.

Die Beamten wollen darüber allerdings eigentlich auch nicht entscheiden und überlegen deshalb, die Ergebnisse ans Kanzleramt weiterzuleiten. Inzwischen gibt es zudem eine Stellungnahme des Bundesjustizministeriums, die sich im Wesentlichen mit den Ergebnissen der Bankenaufsicht deckt. Frankfurter Banker erwarten dennoch, dass die Regierung die Organisationsstruktur mit leichten Änderungen absegnen wird.