Montag, 18. November 2019

DaimlerChrysler "Mord und Tierquälerei"

Die Wogen schlagen vor der Hauptversammlung am Mittwoch hoch. In zahlreichen Gegenanträgen machen die Aktionäre ihrem Ärger Luft. Dabei geht es nicht nur um Kursverluste und Dividendenkürzung, sondern auch um Menschenrechtsverletzungen und Rodeo-Reiten.

Dachverband Kritische Aktionäre:

"Der Vorstand wird nicht enlastet. Das Landgericht La Plata und die Staatsanwaltschaft Nürnberg ermitteln wegen Beihilfe zum Mord an Betriebsräten im argentinischen Mercedes-Werk González Cátan gegen den Mercedes-Produktionschef Juan Tasselkraut. Während der Militärdiktatur (1976 - 1983) wurden 30.000 Regimegegner ermordet, darunter mindestens 14 Betriebsräte von Mercedes." [...]

"Der Aufsichsrat wird nicht entlastet. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand nicht veranlasst, die Menschenrechtsverletzungen während der argentinischen Militärdiktatur aufzuklären." [...]

DSW Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz
"Der Vorstand wird nicht entlastet. Der Vorstand hat nicht nur seine Prognosen zurückgenommen, sondern auch die revidierten Meilensteine seines Sanierungsprogramms verfehlt. Er ist für den immensen Wertverlust des Aktionärsvermögens und die Rücknahme der Dividendenausschüttung verantwortlich." [...]

"Der Aufsichtsrat wird nicht entlastet. Der Aufsichtsrat hat in rechtlich fragwürdiger Weise Vorstandsverträge verlängert, obwohl sich der Vorstand derzeit in der Unternehmenskrise erst bewähren muss. [...] Der Vorstandsidee einer Welt-Ag ist der Aufsichtsrat kritiklos gefolgt." [...]

Eva Grässlin
"Der Vorstand wird nicht entlastet. Die Entlassung von 44.000 Mitarbeitern, die desaströse Entwicklung der Bilanzen, des Aktienkurses und der Dividende sind das Ergebnis einer völlig verfehlten Globalisierungsstrategie des Vorstands. Dieses Missmanagement steht in eklatantem Widerspruch zu den Gehaltszuwendungen und den Vergünstigungen durch Aktienoptionen der letzten Jahre für den Vorstandsvorsitzenden, die Vorstände und Topmanager." [...]

Jürgen Grässlin
"Der Vorstand wird nicht entlastet. Mit der Entwicklung und Produktion von Kampfbombern und -helikoptern, Trägerraketen und Militärsatelliten, Atomwaffen und Minen ist die EADS der größte europäische Rüstungskonzern. DaimlerChrysler ist mit rund 33 Prozent größter EADS-Einzelaktionär. Durch hemmungslosen Waffenexport in alle Welt setzt die EADS die unrühmliche Tradition der DaimlerChrysler Aerospace (Dasa) fort. [...] Der DaimlerChrysler-Vorstand ist mitschuldig am weltweiten Morden mit EADS-Waffen."

"Der Aufsichtsrat wird nicht entlastet. [...] Getrieben von der unrealistischen Zielvorgabe, weltweit die Nummer 1 der Autokonzerne zu werden, habne Vorstand und Aufsichtsrat der von Jürgen E. Schrempp geforderten Übernahme bzw. Beteiligung von Verlustierern zugestimmt. In blinder Gefolgschaft hat die Kapitalseite im Aufsichtsrat die globalen Machtphantasien des Vorstandsvorsitzenden abgenickt." [...]

Dr. Leonhard Knoll
"Der Vorstand wird nicht entlastet. Der Vorstandsvorsitzende hat sich ohne jeden Zweifel als Dauerversager erwiesen, der seinen Vorgänger Edzard Reuter mittlerweile als größten Kapitalvernichter der Republik abgelöst hat. [...] Seine Entlastung wäre somit ein Hohn für Aktionäre und Mitarbeiter." [...]

"Der Aufsichtsrat wird nicht entlastet. Anstatt den Kapitalvernichter Schrempp in hohem Bogen hinauszuwerfen, wurde sein Anstellungsvertrag sogar noch vorzeitig verlängert. Damit macht sich der Aufsichtsrat das permanente Versagen des Vorstandsvorsitzenden zu eigen und dokumentiert unmissverständlich, dass ihm die gemeinsame Erfolglosigkeit wichtiger ist als die Interessen der Aktionäre und Mitarbeiter."

Robert Kunze
"Der Vorstand wird nicht entlastet. Wir Aktionäre wurden durch exorbitante Kursverluste geschädigt und sollen nun auch noch um eine um ca. zwei Drittel gekürzte Dividende zusätzlich geschädigt werden. Während sich Schrempp und Co weiterhin üppigste Vorstandsgehälter leisten."

"Der Aufsichtsrat wird nicht entlastet. Durch Unfähigkeit dieser Gremien wurden die Eigentümer, also die Aktionäre, exorbitant durch Kursverlust geschädigt. Anfragen werden trotz mehrfacher Anmahnung nicht beantwortet obgleich Sie zum Teil sogar direkt an den Vorstand/Aufsichtsrat gerichtet waren." [...]

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