Dornier Der Rettungsanker ist geworfen

Banken-Trio hat die ersten 20 Millionen Dollar zur Abwendung der Insolvenz überwiesen.

München - Die von Insolvenz bedrohte Fairchild Dornier GmbH, Oberpfaffenhofen, hat von einem Bankenkonsortium aus HypoVereinsbank AG, Bayerischer Landesbank und Kreditanstalt für Wiederaufbau bereits einen Teil des in Aussicht gestellten Massekredits von 20 Millionen Dollar erhalten. Damit sei ein erster Schritt für die uneingeschränkte Fortsetzung des regulären Geschäftsbetriebs geschaffen worden, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Eberhard Braun mit.

Drastischer Abbau bei Verwaltung und Marketing

Über den gesamten Massekredit von insgesamt 90 Millionen Dollar werde es kommenden Montag eine Abstimmung mit der öffentlichen Hand geben, hieß es weiter. In den zwei darauffolgenden Wochen wird nach Einschätzung des Unternehmens eine endgültige und abschließende Entscheidung über den Gesamtkredit erfolgen, hieß es weiter. Der Freistaat Bayern und der Bund hatten sich bereit erklärt, diesen Kredit teilweise mit Bürgschaften abzusichern. Darüber hinaus habe er die Voraussetzungen für "die Sondierung aller denkbaren Kontakte mit potenziellen und strategischen Investoren" geschaffen, teilte Braun weiter mit.

In den USA sind laut Braun nicht benötigte und kostenverursachende Aktivitäten stillgelegt worden, darunter die Flügelproduktion. Für die Fortführung des Unternehmens seien ausreichend Tragflächen in Deutschland vorrätig. Das für Marketing und Verwaltung zuständige Personal sei drastisch verkleinert worden. Außerdem teilte Braun mit, dass das Arbeitsamt München die Finanzierung des Insolvenzgeldes für die Beschäftigten in Deutschland für drei Monate genehmigt und eine unabhängige Bank eine Finanzierungszusage erteilt habe.

Für die Zukunft des Unternehmes schließt Geschäftsführer Thomas Brandt eine Zerschlagung des Konzerns nicht aus. "Wir haben das Ziel, uns als Ganzes zu positionieren. Aber man darf auch nicht nur auf eine Variante setzen, das wäre unklug", sagte Brandt in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Brandt geht davon aus, dass auch manche Unternehmen aus der Branche, die bisher bei der Frage einer Übernahme offiziell abgewunken hatten, sich nach dem Insolvenzantrag wieder für Fairchild Dornier interessieren könnten.

In der Branche gelten der US-Konzern Boeing, der brasilianische Regionalflugzeugbauer Embraer und der Kleinflugzeughersteller Beechcraft, der zum Raytheon-Konzern gehört, als potenzielle Investoren. Die kanadische Bombardier und der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, für den Fairchild Komponenten liefert, hatten zwar vor einigen Wochen abgewunken, könnten sich durch die veränderte Situation des Konzerns aber wieder unter den Interessenten einreihen.

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