Dornier Flugzeugbauer ohne Altlasten zu haben

Unter Bayerns Flügel - Wiesheu glaubt trotz Insolvenzantrag an den Bestand des Flugzeugbauers.

München/Brüssel - Nach dem Insolvenzantrag von Fairchild Dornier demonstrieren der Flugzeugbauer und die bayerische Staatsregierung Optimismus. "Ich glaube, wir haben vom Produkt, vom Markt und von den Finanzierungskonditionen her gute Voraussetzungen", sagte Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) gegenüber dpa in München. Daher habe er "eine Portion Optimismus". Ein Dornier-Sprecher kündigte an, die Gespräche mit potenziellen Partnern würden möglichst bald wieder aufgenommen.

Das bayerische Unternehmen mit Sitz in Oberpfaffenhofen hatte am Dienstag Insolvenzantrag gestellt. Jetzt verschafft sich der vorläufige Insolvenzverwalter Eberhard Braun einen Überblick über das Unternehmen. Er will in den nächsten drei Monaten eine Lösung finden.

EU-Kommission: Fehlanzeige bei Subventionen

Von der Finanzkrise betroffen sind 4300 Mitarbeiter, davon allein 3600 in Deutschland. Fairchild Dornier zählt zu den drei größten Regionalflugzeugherstellern der Welt. Die Gläubigerbanken des Konzerns sagten bei einem Krisengipfel auf Einladung von Wiesheu und Bayerns Finanzminister Kurt Falthauser (CSU) am Dienstagabend zu, die Liquidität für die nächsten Monate sicherzustellen, wenn Bund und Freistaat im Gegenzug für einen Teil des so genannten Massekredits bürgen. Die zuständigen Gremien und die EU-Kommission müssen aber noch zustimmen.

Die deutschen Behörden haben nach Angaben der EU- Wettbewerbsbehörde bisher noch keinen Antrag in Brüssel auf Genehmigung einer Bürgschaft oder Finanzhilfen gestellt. Bisher liege nichts vor, sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti. Die Kommission habe allerdings vor sieben Wochen bereits einen Brief an Deutschland geschrieben und um Informationen zu dem Fall gebeten. "Bisher haben wir keine Antwort bekommen." Eine Unterstützung von Bund und Land sei als Beihilfe zu betrachten und müsse daher von der EU-Kommission genehmigt werden.

Der Freistaat Bayern hatte Dornier schon öfter unter die Arme gegriffen. Wiesheu betonte aber, dass nicht nur der Freistaat, sondern auch der Bund für Kredite gebürgt habe. "Das ist eine Sache, die eine nationale Bedeutung hat." Bayern habe weniger als ein Drittel der Bürgschaften übernommen. Wenn ein strategischer Partner gefunden sei, seien der Bund und Bayern zu weiteren Bürgschaften im Rahmen einer neuen Finanzierungsrunde grundsätzlich bereit.

Ein Investor, der jetzt einsteige, könne ohne Altlasten starten, sagte Wiesheu. In der Branche sei man sich einig, dass der neue 728- Jet ein sehr gutes Flugzeug sei. Dornier hat bisher mehr als eine Milliarde Dollar in die Entwicklung des neuen Jets gesteckt.

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