Privatbahnen Das Schwergewicht

Die ehemalige BASF-Bahn wirbt DB-Großkunden ab.

Die Güterbahn Rail4Chem ("Rail for Chem") verdankt ihre Gründung einer Art Bermuda-Dreieck. Das tat sich Anfang der 90er Jahre auf, als der Chemieriese BASF ein Werk im brandenburgischen Schwarzheide übernahm.

Es galt fortan, chemische Grundstoffe zwischen den drei Standorten Ludwigshafen, Antwerpen und Schwarzheide hin- und herzukarren. Und zwar zuverlässig, denn jedes Werk ist auf die Vorarbeit der anderen angewiesen.

Die Güterbahn der DB war mit dieser Aufgabe offenbar überfordert, Lieferungen kamen zu spät und schienen zuweilen wie vom Schienenstrang verschluckt. Trotzig gründete BASF-Chef Jürgen Strube seine eigene Güterbahn - den Vorläufer von Rail4Chem, heute einer der schärfsten Güter-Konkurrenten der DB.

Zum Schwergewicht wird das Essener Unternehmen dank potenter Gesellschafter, neben BASF die Speditionskonzerne Hoyer, Bertschi und VTG Lehnkering. Geschäftsführer Matthias Raith will den Umsatz in diesem Jahr um 30 Prozent auf 20 Millionen Euro steigern, mehr als die Hälfte davon durch Drittgeschäft.

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