Volkswagen Vom Kotflügel bis zur Kupplung - es geht auch günstig

Eine Frage der Garantie - nach dem EU-Vorstoß plant VW den Handel mit billigen Ersatzteilen.

Hamburg - Der Volkswagen-Konzern  ist vorbereitet, falls in Zunkunft seine Original-Ersatzteile weniger stark nachgefragt werden. "In das Geschäft mit nicht originalen Ersatzteilen können wir sofort einsteigen, wenn die Gruppenfreistellungsverordnung geändert wird", sagte Detlef Wittig, verantwortlich für den Vertrieb der Marke Volkswagen, der "Financial Times Deutschland".

Die Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) soll nach einem Plan von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti geändert werden: Künftig soll es auch Vertragswerkstätten freigestellt werden, bei welchem Anbieter sie Ersatzteile ordern. Original-Ersatzteile sind in aller Regel teurer als Nachbauten. Der Einbau von Originalteilen ist bei VW wie bei anderen Automarken im Moment noch verbindlich, wenn die Garantie eines Fahrzeugs durch die Reparatur nicht erlöschen soll. Derzeit werden in Vertragswerkstätten nur zu etwa zehn Prozent Nachbauten von Ersatzteilen verwendet.

Mit Ersatzteilen macht VW mehr Umsatz als mit Seat

Das Originalteile-Geschäft ist für die meisten Autohersteller eine der profitabelsten Sparten. VW machte in diesem Sektor laut aktuellem Geschäftsbericht 5,5 Milliarden Euro Umsatz - mehr als mit der kompletten Pkw-Marke Seat. VW-Vertriebschef Wittig wies laut "FTD" darauf hin, das VW in vielen Fällen die Werkzeuge gehören, mit denen die Originalersatzteile hergestellt werden. Dadurch bestehe keine Gefahr, die Kontrolle über die Original-Ersatzteile zu verlieren.

Laut EU-Kommissar Monti soll künftig allerdings der Einbau "qualitativ gleichwertige Ersatzteile" nicht zum automatischen Erlöschen des Garantieschutzes führen. Diese Regelung dürfte den Absatz von nachgefertigten Ersatzteilen in die Höhe schnellen lassen. Auch wenn die Gewinnmarge bei diesen Produkten niedriger liegen dürfte als bei den "Originalen" will VW sich das Geschäft offenbar nicht aus der Hand nehmen lassen.

Die neue GVO wird aktuell im EU-Parlament beraten, im Herbst soll die Neufassung verabschiedet werden.

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