Klöckner & Co Untreue und Betrug

Bei der Suche nach den verlorenen Millionen hat sich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Duisburg/Hamburg - Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs "zum Nachteil" der Duisburger Klöckner & Co (KlöCo) und der WestLB. "Wir sind schon seit Mitte Februar an der Sache dran", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitag und bestätigte damit einen Bericht der "Welt". Der Verdacht der Behörde richte sich gegen mehrere Personen, deren Namen allerdings noch nicht feststünden.

14 Tage Warten

120 Millionen Euro fehlen nach internen Firmeninformationen in der Bilanz bei KlöCo und keiner weiß, wo sie sind. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG prüft noch, sagte Firmensprecher Peter Ringsleben zu manager-magazin.de. Er schätzt, dass KPMG etwa zehn bis vierzehn Tage benötige, um die Untersuchungen abzuschließen.

Im Anschluss daran sollen die derzeit geräumten zwei Vorstandsposten wieder besetzt werden. Auf einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 14. Februar wurde beschlossen, dass die zwei Vorstände aus dem Londoner Balli-Konzern ihre Mandate niederlegen müssen.

Spekulationen, KlöCo habe die Staatsanwaltschaft im Haus, wies Ringsleben zurück. "Wir erhielten heute einen Anruf, dass die Staatsanwaltschaft einen Vorstand sprechen möchte. Das ist alles." Ein Gespräch sei am Freitagnachmittag nicht mehr möglich gewesen. Somit finde es in der kommenden Woche statt. Es habe sich aber niemand von der Staatsanwaltschaft bei KlöCo blicken lassen.

Balli dementiert

In der Affäre um die verschwundenen Gelder beim Duisburger Stahlhandelskonzern KlöCo hat die Londoner Balli Group indes bestritten, unzulässigerweise 120 Millionen Euro entzogen zu haben. "Beide Unternehmen handeln völlig eigenständig unter der Führung ihrer jeweiligen Vorstände. Damit ist die vorgenannte Behauptung falsch", teilte der Werkstoff- und Chemieprodukte-Händler am Freitag in London mit.

Die Balli Group und KlöCo sind nach den Angaben zwei eigenständige Unternehmen mit einer gemeinsamen Muttergesellschaft, der Balli Klöckner Holding AG. Zu der Frage, ob die 120 Millionen Euro denn theoretisch bei der Muttergesellschaft sein könnten, wollte Klöckner-Sprecher Ringsleben keine Angaben machen.

Im Oktober 2001 hatte Düsseldorfer Eon-Konzern Klöckner & Co für insgesamt 1,1 Milliarden Euro an Balli verkauft. Balli hält 94,5 Prozent der Anteile, 5,5 Prozent liegen bei der Düsseldorfer WestLB.

Katy Hillmann mit Agenturen

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