ThyssenKrupp Demonstrativ optimistisch

Die Gewinne des Stahlkochers schmelzen dahin. Trotzdem will er sie verdreifachen.

Essen - Der von der weltweiten Konjunkturschwäche gebeutelte Düsseldorfer Stahl- und Maschinenbaukonzern ThyssenKrupp  will mit Schwung aus der Krise. Vorstandschef Ekkehard Schulz kündigte am Freitag auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Essen an, der Konzern wolle sein operatives Ergebnis in den nächsten zwei Jahren verdreifachen. Zielmarke seien 1,5 Milliarden Euro, sagte Schulz nach einem vorab verbreiteten Redemanuskript. Geschäftsjahr 2000/2001 hatte das Ergebnis nur bei rund 500 Millionen Euro gelegen.

Die Ankündigung kommt in einer Phase, in der die Gewinne des Stahlkochers auf Grund der schlechten Konjunktur dramatisch dahinschmelzen. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2001/2002 (Oktober bis Dezember) schrammte der Konzern nur knapp an roten Zahlen vorbei. Dennoch zeigte sich Schulz demonstrativ optimistisch: "Das Unternehmen ist gut aufgestellt und gerüstet, um bei einem Anziehen der Konjunktur seine verbesserte Ausgangsposition zu nutzen."

Um das Ziel zu erreichen, will sich ThyssenKrupp verstärkt auf die drei Kerngeschäftsfelder Stahl, Industriegüter und Dienstleistungen konzentrieren. "Wir wollen bei allen unseren Geschäftsfeldern in führende Marktpositionen. Wo dies in absehbarer Zeit nicht aus eigener Kraft gelingt, werden wir Zukäufe oder Kooperationen prüfen", sagte Schulz.

Probleme mit dem Herzstück

Hoffnungen setzt der Konzern auch auf die von ihm mitentwickelte Magnetschnellbahn Transrapid. "Diese höchst innovative und umweltfreundliche Technik steht nun vor dem Durchbruch, national wie international", betonte der Manager. Neben der in Bau befindlichen Transrapid-Strecke in Shanghai und den geplanten Verbindungen im Ruhrgebiet und in München, werde auch in den Niederlanden und den USA der Einsatz der Magnetbahn geprüft.

Sorgen macht ThyssenKrupp vor allem das traditionelle Herzstück des Konzerns, der Stahlbereich. Er wurde besonders hart von der Rezession betroffen ist. Die Stahltöchter, die rund ein Drittel zum Konzernumsatz beitragen, leiden unter den Überkapazitäten auf den Weltmärkten und schrieben im ersten Quartal 2001/2002 rote Zahlen. Außerdem drohen in den USA staatliche Restriktionen für Stahlimporte. Der Automobilzulieferbereich kämpft mit der schwachen Automobilkonjunktur.

ThyssenKrupp beschäftigt weltweit in 70 Ländern über 191 000 Menschen. 282.000 Privatanleger halten 22 Prozent des Kapitals, rund 10.000 institutionelle Anleger die restlichen 78 Prozent.

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