Berater Das Ende der Jobmaschine

Der Umsatz in der Consultingbranche stieg 2001 nur noch einstellig auf 12,9 Milliarden Euro. Während McKinsey & Co. deutlich zulegten, mussten die kleinen Unternehmen ein Minus verkraften.

Düsseldorf - Die deutschen Unternehmensberatungen sind trotz der Konjunkturabkühlung im vergangenen Jahr gewachsen. Die bundesweit rund 14.500 Beratungsgesellschaften erzielten 2001 mit ihren 60.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 12,9 Milliarden Euro, teilte der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) mit. Das sei eine Zunahme von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gemessen an den zweistelligen Zuwächsen der Vorjahre (2000: 11,8 Prozent; 1999: 13,8 Prozent) bedeute dies ein langsameres Wachstum.

Die Wachstumsraten der großen Beratungskonzerne lagen deutlich über dem Durchschnitt. So verzeichneten die 40 größten Consulter beim Umsatz im Schnitt ein Plus von 11,6 Prozent. Die Schwergewichte McKinsey und Roland Berger verzeichneten sogar rund 20 Prozent Zuwachs. Der Marktanteil der Top-40-Berater betrug 2001 knapp 50 Prozent (2000: 47 Prozent).

Das verlangsamte Wachstum führte Bundesverband-Präsident Rémi Redley auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zurück. "Das führte dazu, dass Unternehmen zuletzt ihre Investitionen in neue Projekte zu Gunsten von kostenreduzierenden Sofortmaßnahmen aufgeschoben oder ganz aufgehoben haben", sagte Redley. Auch der Arbeitsmarkt für Berater büßte an Dynamik ein. Gab es 2000 nach Schätzungen des Bundesverbandes noch 16.000 Neueinstellungen, sei die Zahl im Jahr 2001 auf 4000 gesunken. Der BDU rechnet 2002 mit einer Entwicklung auf gleichem Niveau.

Der Consulting-Markt gliedert sich in Deutschland in vier Segmente. Die IT-Beratung (inklusive Services) hat mit 39 Prozent den größten Marktanteil, es folgen die Strategieberatung (29,2 Prozent), die Organisationsberatung (27,5 Prozent) und das Human-Resource-Management (4,3 Prozent). Allerdings war die Entwicklung bei der IT-Beratung mit 5,7 Prozent rückläufig. Das Consulting in organisatorischen (plus 17,8 Prozent) und strategischen (plus 11,5 Prozent) Fragen konnte hingegen Boden gut machen.

Für 2002 erwartet der BDU ein Umsatzplus von lediglich 4,5 Prozent. "Viele Beratungsfirmen werden das schwache zweite Halbjahr 2001 auch in den nächsten Monaten nachhaltig spüren. Mit einer Intensivierung des Geschäftes rechnen wir ab dem letzten Quartal dieses Jahres", so BDU-Präsident Redley.

stu

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