WestLB Kirchs Krise erwischt die Landesbank

Vakante Milliarde - Formel-1-Anleihe kann durch Kirchs knappe Kasse zum Boomerang werden.

Düsseldorf - Die Finanzkrise der Kirch-Gruppe setzt laut "Handelsblatt" auch die WestLB unter Druck. Die Düsseldorfer Bank ist Konsortialführer einer Anleihe über 1,4 Milliarden US-Dollar, die die Formel-1-Tochter Formula One Finance BV vor drei Jahren auf den Markt gebracht hat. Die Anleihe soll jedoch sehr schlecht gelaufen sein, so dass die WestLB knapp eine Milliarde Euro in den eigenen Bestand nehmen musste. Knapp die Hälfte davon befinde sich noch heute dort.

In einer ersten Stellungnahme dementierte die WestLB, dass durch die Kirch-Krise Risiken für die Anleihe entstünden. Sie werde vielmehr durch Gewinne aus der Formel 1 bedient und sei damit unabhängig von der künftigen Entwicklung der Kirch-Geschäfte.

Einfluss der Autokonzerne auf die Anleihe kann steigen

Allerdings hält Leo Kirch momentan noch mehr als 50 Prozent an der Formel-1-Rechteholding SLEC. Ein Ausstieg Kirchs könnte die Ertragslage für die Formel-1 verändern - unter anderem auch deshalb, weil die Vermarktung in Kirchs Pay-TV "Premiere World" durch einen solchen Schritt möglicherweise ausfallen könnte.

Als möglicher Käufer der Kirch-Anteile werden die an der Formel 1 beteiligten Autokonzerne genannt. Deren erklärtes Ziel ist es, den Rennsport-Zirkus weiterhin im Free-TV zu zeigen. Nur bei einem entsprechend großen TV-Publikum lohne sich das Formel-1-Engagement, bekräftigte DaimlerChrysler-Vorstand Jürgen Hubbert kürzlich. Zu einem möglichen Kauf von Anteilen sagte Hubbert lediglich: "Ich schließe nicht aus, dass uns in der Zukunft Angebote gemacht werden." Aktuell bestehe allerdings seitens DaimlerChrysler kein Anlass für Gespräche mit der SLEC.

Der Preis für die Formel-1-Anteil sinkt

Damit wird einmal mehr deutlich, dass die angeschlagene Kirch-Gruppe Schwierigkeiten bekommen könnte, einen Käufer für ihren Anteil an der Formel 1 zu finden. Wie das "Wall Street Journal Europe" unter Berufung auf mit den Umständen vertraute Personen schreibt, könnte der Anteil inzwischen weniger als die Hälfte der 1,6 Milliarden Dollar wert sein, die Kirch vor rund einem Jahr an Krediten aufgenommen habe. Als Grund für den Preisverfall nennt die Zeitung die Flaute in der Werbebranche.

Autokonzerne - Das Ende der Formel 1

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