Enron Selbstbedienung

Kurz vor der Pleite des Energieriesen steckten sich rund 500 Manager kräftig Geld in die Tasche.

Houston - Nach Angaben eines früheren Enron-Mitarbeiters wurden die Bonuszahlungen an den inneren Kreis des Managements verteilt, heißt es in einem Bericht des Nachrichtensenders CNN. Außerdem bekamen offenbar solche Manager Geld, die die fragwürdigen Partnerschaften eingefädelt hatten, die zu dem Bankrott des Energiekonzerns beitrugen.

Die bekannt gewordenen Summen dürften für großen Ärger bei den normalen Angestellten von Enron sorgen, die bei dem Bankrott ihren Job verloren haben und nur geringe Abfindungen bekamen. Die betroffenen Manager wehrten sich jedoch gegen den Vorwurf der Selbstbereicherung. So sagte Enron-Präsident Jeffrey McMahon, der selbst 1,5 Millionen Dollar bekam: "Der Hintergrund dieser Zahlungen war, dass wir die wichtigsten Mitarbeiter auch über einen möglichen Bankrott hinaus in der Firma halten wollten."

Die höchsten Zahlungen gingen laut CNN an John Lavorato und Louise Kitchen, die beide im Energiehandel arbeiten, einer der profitabelsten Enron-Abteilungen. Beide arbeiten jetzt für die Investmentbank UBS Warburg, die den Energiehandel von Enron übernommen hat.

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