MG Technologies Kajo Neukirchen, der Pessimist

Wenig Anlass zur Freude - die Auftragslage ist mies und zu Hause tobt der Dauerstreit.
Von Katy Weber

Frankfurt am Main - Konzernchef Kajo Neukirchen sieht in der Wirtschaft in absehbarer Zeit keinen Grund zum Aufatmen: "Wir haben eine globale Rezession, ich kenne kein Land, in dem es gut läuft", sagte er auf der Bilanzpressekonferenz 2000/2001. Er könne sich von daher zu keinen optimistischen Äußerungen hinreißen lassen.

Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres lag das Vorsteuerergebnis von MG Technologies  mit 50,2 Millionen Euro deutlich unter dem des Vorjahres (91,1), die Mitarbeiterzahl verringerte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 3200 Beschäftigte auf 33.842 Mitarbeiter.

Für den Ergebnisrückgang ist nach Angaben Neukirchens vor allem der von der Halbleiter- und Automobilindustrie abhängige Geschäftsbereich Hochleistungskeramik (Dynamit Nobel) verantwortlich. Dagegen habe sich das Engineering (Gea, Lurgi, Lurgi Lentjes, Zimmer) gut halten können.

Gute Performance, schlechte Performance

Das abgelaufene Geschäftsjahr bezeichnet Vorstandschef Neukirchen als "erfreulich": Das Ergebnis vor Steuern stieg, und zwar um 5,6 Prozent von 278,8 auf 294,4 Millionen Euro. Der Umsatz blieb mit 8,82 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr (8,80) nahezu gleich. Die Freude trübe aber die Kursentwicklung, die mit "der guten Performance des Unternehmens nicht das Geringste zu tun" habe.

Der Schuldige für die schlechte Performance am Aktienmarkt (neben dem allgemein schlechten Klima) ist auch schnell ausgemacht: Großaktionär Otto Happel. Seine Zweifel an der korrekten Rechnungslegung bei MG Technologies und die deshalb in Auftrag gegebene "gutachterliche Stellungnahme" hätten für einen massiven Kurseinbruch gesorgt. Nach wie vor sieht Neukirchen keinen Grund für Happels Mutmaßungen. "Wir haben den vorvergangenen und den vergangenen Jahresabschluss nach GAAP-Regeln erstellt." Änderungen seien völlig unnötig.

Dennoch stehen die Zeichen für einen kräftigen Kursanstieg schlecht. An den Gerüchten, ein Großaktionär wolle bei MG Technologies aussteigen, ist nach Angaben Neukirchens nichts dran. Der Konflikt mit Happel dürfte sich also noch eine Weile hinziehen. Hinzu kommt die vom Vorstandschef selbst schwarz gemalte Konjunktur. Auch wenn er sich mit Prognosen zurückhält, rechnet Neukirchen 2002 mit einem Umsatzrückgang.

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