BMW Milberg fällt Schröder in den Rücken

Während Bundeskanzler Gerhard Schröder einen Bestandsschutz für deutsche Kfz-Händler und Autokonzerne durchsetzen will, kommen aus München ganz andere Töne. BMW-Chef Milberg, zurzeit in der Gunst des Volkes deutlich vor Schröder, sieht keinen Grund für eine Sonderbehandlung der "Kanzler-Branche".

München - BMW  geht im Streit um die Liberalisierung des Autohandels in Europa auf Konfrontationskurs zum Bundeskanzler und zur Mehrheit der Branche. Konzern-Chef Joachim Milberg sprach sich in der "Süddeutschen Zeitung" vehement für eine völlige Freigabe des Vertriebssystems aus.

"Die aktuelle Diskussion wirft die Frage auf, ob eine gesonderte Behandlung der Automobilindustrie beim Vertrieb überhaupt notwendig und sinnvoll ist", sagte Milberg in der Donnerstagausgabe. Seiner Ansicht nach sind die Wettbewerbsregeln, die bereits für andere Branchen in Europa gelten, auch für die Automobilindustrie völlig ausreichend.

Hintergrund des Streits: Nach Plänen der EU-Kommission sollen Autohändler künftig unabhängiger von den großen Autokonzernen werden. Unter anderem sollen sie in Zukunft unter einem Dach Autos verschiedener Hersteller verkaufen und in ganz Europa aktiv werden können. Kritiker der Freigabe des Autohandels befürchten durch die Neuregelung Wettbewerbsnachteile vor allem für die deutsche Automobilindustrie. Befürworter erwarten dagegen sinkende Preise.

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