PwC Die Teilung

Der weltgrößte Prüfer PricewaterhouseCoopers zieht Konsequenzen aus dem Enron-Skandal: Beratungs- und Prüfgeschäft sollen rechtlich getrennt werden. Auslöser sei die "Verunsicherung unter den Kunden".
Von Christian Buchholz

New York - Der weltweit größte Wirtschaftsprüfer-Konzern, PricewaterhouseCoopers (PwC) wird seine Berater-Aktivitäten durch einen Börsengang vom Prüfungsgeschäft trennen - und zwar schon im Frühjahr. Der Plan schwebt bereits seit zwei Jahren durch das Haus, jetzt gibt es nach den Worten von PwC-Unternehmenssprecher David Nestor einen ernsthaften Hintergrund für das forcierte Tempo: Den Enron-Skandal und die unrühmliche Rolle, die PwC-Konkurrent Arthur Andersen in dem Vertuschungsgeschäft spielt.

Börsengang im Frühjahr geplant

"Der Enron-Skandal hat eine Vertrauenskrise in unseren Berufsstand ausgelöst", sagte Nestor gegenüber manager-magazin.de. Außerdem sei eine Verunsicherung der Kunden über mögliche Verquickungen der Berater- zur Prüfer-Sparte zu spüren. "Wir halten diese Irritationen zwar für unbegründet - reagieren müssen wir trotzdem", so Nestor weiter.

Ein neuer Name für die Berater-Sparte sei noch nicht gefunden, trotzdem würden bereits Gespräche über den geplanten Spin-Off mit den zuständigen Börsengremien geführt. Die Trennung der Konzernteile gelte weltweit. "Unsere Depandancen in den verschiedenen Ländern - auch in Deutschland - tragen diese Entscheidung voll mit", betonte Nestor.

Grundsätzlich mache die Trennung allerdings auch unter normalen Marktbedingungen Sinn. Denn die gesetzlichen Auflagen, die mit der Übernahme eines Wirtschaftsprüfer-Mandats verbunden seien, wären im Berater-Geschäft ein Hemmschuh.

Daher werde die Aufspaltung auch wie ein Befreiungsschlag für die Unternehmensberater im Konzern wirken. Das PwC-Beratergeschäft ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen, zuletzt stieg der Anteil am weltweiten Umsatz auf 30 Prozent.

Andere Unternehmensprüfer haben den Split bereits vollzogen, zuletzt Ernst & Young, die ihr Beratergeschäft an die französische Cap Gemini SA verkauften.

Vorwürfe reichen weit zurück

Auch Arthur Andersen hatte im Jahr 2000 seine Berater-Sparte unter dem Namen "Accenture" in die Selbstständigkeit entlassen. Die Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Enron-Skandal reichen aber in die Zeit davor zurück.

Dem Konzern wird vorgeworfen, Unterlagen, e-Mails und andere wichtige Dokumente im großen Stil vernichtet zu haben, um zwielichtige Finanzbeteiligungen Enrons an anderen Unternehmen zu verschleiern. Untersuchungskommissionen des Kongresses und der Regierung sowie FBI-Beamte versuchen die Vorgänge jetzt zu rekonstruieren.

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