Reemtsma "Es läuft auf Imperial hinaus"

Erhält Imperial Tobacco den Zuschlag? Der britische Tabakkonzern soll die drei anderen Bieter abgehängt und ein konkurrenzloses Milliardenangebot unterbreitet haben.

Berlin/Hamburg - Der Hamburger Zigarettenhersteller Reemtsma (West, Davidoff) steht offenbar vor dem Verkauf an die Imperial-Gruppe (John Player). Wie die Zeitung "Die Welt" in ihrer Donnerstagausgabe unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, seien Japan Tobacco, Gallaher und Altadis aus dem Rennen um die Übernahme der Tchibo-Tochter ausgeschieden. Dem Bericht zufolge bietet Imperial rund sechs Milliarden Euro für den Kauf von Reemtsma.

Während sich beide Unternehmen offiziell bedeckt hielten, hätten Aufsichträte gegenüber dem Blatt bestätigt, dass der Verkauf an Imperial beschlossene Sache sei. "Ich gehe davon aus, dass es auf Imperial hinausläuft", zitiert die Zeitung ein Mitglied des Gremiums. Ferner sei es ein offenes Geheimnis, schreibt "Die Welt" weiter, dass die Investmentbank Merrill Lynch das Geschäft im Auftrag von Reemtsma vorbereite.

Spekulationen um den Verkauf des nach eigenen Angaben weltweit viertgrößten Zigarettenkonzerns sorgen seit Monaten für Schlagzeilen. Hintergrund ist, dass mit der Trennung vom Unternehmen eine Neustrukturierung der Tchibo-Gruppe einhergehen könnte.

Wie es heißt, will die Tchibo-Holding mit dem Erlös aus dem Reemtsma-Verkauf ihre Beteiligung an Beiersdorf (Nivea, Tesa) von derzeit rund 30 Prozent zu einer Mehrheitsposition ausbauen. Einigen Mitgliedern der Familie Herz, Mehrheitseigentümer von Tchibo, wird ein Interesse nachgesagt, das Aktienpaket der Allianz zu übernehmen. Der Versicherungskonzern hält seit kurzem - einschließlich Kaufoptionen - rund 50 Prozent an dem Markenartikler.