Auto-Industrie Zur Jahresmitte wird alles wieder besser

Absatzknick bei deutschen Pkw und Lkw im Dezember - erst ab Sommer soll's wieder aufwärts gehen.

Frankfurt/Main - Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet für 2002 mit einem etwa drei Prozent höheren Branchenumsatz als im Vorjahr. "Die Tendenz ist im Januar so, dass ich sagen kann, die Vorsicht bei dieser Schätzung ist sicherlich berechtigt", betonte der VDA-Präsident.

Angesichts der Krise der Nutzfahrzeugbranche, des schwachen Dezember-Geschäfts und weiterhin schwächelnder Inlandsnachfrage rechnet der VDA erst zur Jahresmitte mit einer Belebung der Branchenkonjunktur. Die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland prognostiziert der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, Bernd Gottschalk, auf "eher 3,2 als 3,3 Millionen Fahrzeuge". Insgesamt dürfte die Pkw-Produktion 2002 nach Einschätzung von Gottschalk rund fünf Millionen Autos ausmachen.

Optimistisch für die Export-Quote

"Wichtigster Treibriemen" bleibe trotz eines zu erwartenden Rückgangs der Export: "Ein weiterhin hohes Niveau von 3,4 Millionen exportierten Fahrzeugen erscheint realistisch." Im vergangenen Jahr habe die deutsche Automobilwirtschaft rund 3,6 Millionen Pkw (plus 6 Prozent) erreicht und damit einen neuen Rekord erzielt.

2001 rollten mit 5,3 Millionen Pkw 300.000 mehr von den Fließbändern deutscher Hersteller, als es jetzt für 2002 prognostiziert wird. Damit sorgte der Absatz in 2001 für das drittbeste Ergebnis in der Geschichte des wichtigsten deutschen Wirtschaftszweiges, der in 2002 nach Einschätzung des VDA erneut einen Branchenumsatz von knapp über 200 Milliarden Euro erwirtschaften dürfte.

Dezember-Produktion wurde um 13 Prozent gedrosselt

"Die vielfach vorhergesagte Krise ist nicht eingetreten", sagte Gottschalk. Allerdings sei die Produktion im Dezember deutlich um 13 Prozent auf rund 343.400 Kraftfahrzeuge zurückgegangen. Auch die Auftragsbücher seien mit einem Rückgang der Orders um elf Prozent am Ende des Jahres wesentlich dünner gewesen als erwartet. Ende Dezember 2001 waren in der deutschen Automobilindustrie nach VDA-Angaben rund 767.000 Arbeitnehmer beschäftigt, rund zwei Prozent mehr als Ende 2000.

Die deutschen Nutzfahrzeughersteller seien im vergangenen Jahr von der internationalen Branchenkrise "besonders hart getroffen" worden. Sie hätten im Gesamtjahr ihre Vorjahresproduktion zwar um rund vier Prozent übertroffen. Im Dezember hätte die Industrie jedoch die Produktion von Transportern und leichten Lkw um elf Prozent zurückgeschraubt, bei schweren und mittelschweren Lkw sei das Produktionsvolumen im Dezember sogar um 32 Prozent eingebrochen, sagte Gottschalk. Auch der Export von Nutzfahrzeugen sei gegen Jahresende deutlich zurückgegangen.