Euro Der nächste Sommer kommt bestimmt

Die neue Währung hat das Leben teurer gemacht. Dieser Eindruck besteht. Doch Finanzminister Eichel gibt Entwarnung.

Berlin - Ungeachtet der derzeitigen Preisentwicklung erwartet Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) weiterhin sinkende Preise durch die Einführung des Euro. In der jetzigen Diskussion müssten Sondereffekte berücksichtigt werden, sagte Eichel am Mittwoch in Berlin. Die Nahrungsmittelpreise seien in dieser Jahreszeit immer etwas höher und zudem sei eine weitere Stufe der Ökosteuer in Kraft getreten. Im übrigen müsse wegen der Preissteigerungsrate erst einmal die Statistik abgewartet werden.

Er gehe weiter davon aus, dass der Wettbewerb in Europa durch den Euro steigen werde. "Und das wird sich auswirken", sagte der Minister. Das gelte zumindest für Hochpreis-Bereiche, die es ja auch in Deutschland gebe.

Preissteigerungen von mehr als drei Prozent

Erst jüngst hatte die "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ) vermeldet, dass die Umstellung auf den Euro die Teuerung stärker angeschoben habe als bislang vermutet. Bei einer nicht-öffentlichen Sitzung des Konjunkturrates für die öffentliche Hand habe der Vertreter der Bundesbank, Chefvolkswirt Hermann Remsberger, einen Vortrag gehalten, den die Teilnehmer als schrilles Alarmsignal verstanden hätten. Das Blatt zitierte Remsberger mit den Worten, die Inflationsrate schraube sich in diesen Tagen in ungeahnte Höhen.

Ein kräftiger Schub sei flächendeckend in Gang gekommen. Inzwischen könne niemand mehr ausschließen, dass das Statistische Bundesamt für Januar eine Preissteigerung mit einer Drei vor dem Komma melden müsse. In Teilen des Einzelhandels, vor allem aber bei Restaurants und Hotels, seien im Rahmen der Euro-Umstellung höhere Preise festgesetzt worden, um die Gewinnmargen zu erhöhen, wird Remsberger weiter zitiert. Die Bundesbank lasse dies wissenschaftlich untersuchen.


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