Deutsche Bank "Kann ich mir nicht vorstellen"

"Absurd" - Oberaufseher Hilmar Kopper tritt Fusions- und Umzugsgerüchten entgegen.

Frankfurt am Main - Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Deutschen Bank  ist den anhaltenden Gerüchten über eine geplante Sitzverlegung des Instituts nach London entgegengetreten. Dieses Thema sei in der Spitze des Hauses "inexistent", erklärte Kopper in einem Interview mit der "Telebörse". Das Magazin zitiert Kopper mit den Worten: "Können Sie sich die Deutsche Bank vom Ausland geführt vorstellen? Ich kann das nicht."

Seit Monaten wird darüber spekuliert, ob der designierte Bank-Chef Josef Ackermann das Machtzentrum des größten deutschen Geldhauses vom Main an die Themse verlagern will. Zur Begründung wird unter anderem angeführt, dass Investmentstratege Ackermann anders als in Frankfurt in London eine Hausmacht besitze. Würde der Sitz dorthin verlegt, sollte ihm dies die Führung der Deutschen Bank erheblich erleichtern.

Kopper wies ferner Spekulationen über einen Zusammenschluss der Deutschen Bank und der Commerzbank  zurück. Die Vorstellung einer solchen Fusion sei "absurd". Nur im Privatkundengeschäft sei eine Konsolidierung notwendig. "Wenn wir das Retailgeschäft konsolidieren, dann müssten wir zusammen 2000 Leute entlassen", sagte Kopper. Seiner Ansicht nach ist es nach Einführung des Euro wahrscheinlicher, dass Banken künftig grenzüberschreitend fusionieren.