Preussag Keine Lust aufs Reisen

Optimist Frenzel rudert zurück. Die Flaute im Tourismus zwingt ihn zum Sparen und zum Stellenabbau.

Düsseldorf/Hannover - Europas größter Tourismuskonzern (TUI, Hapag-Lloyd, Airtours) bereitet sich nach einem Bericht des "Handelsblatts" (Mittwochausgabe) auf einen markanten Einbruch des Reisemarktes vor. Konzernchef Michael Frenzel werde dem Aufsichtsrat heute ein Sparpaket vorstellen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Aufsichtsratskreise.

Hintergrund seien die aktuell niedrigen Buchungszahlen. Nach inoffiziellen Angaben aus Konzernkreisen lägen bei Preussag  die Buchungen für die Sommersaison 2002 derzeit noch um 20 Prozent niedriger als im Vorjahr. Die Wintersaison gelte, wie bei allen großen Reiseveranstaltern, als abgehakt - mit einem zweistelligen Minus.

Bisher hatte Frenzel sich stets optimistisch zum Reisemarkt geäußert. Derzeit aber werde ein Katalog von Sparmaßnahmen erarbeitet. Dabei soll es um einen Betrag deutlich unter 120 Millionen Euro pro Jahr gehen. Insgesamt sollen rund 2000 Jobs wegfallen, so das "Handelsblatt". Ein Einstellungsstopp sei bereits verhängt worden, zudem würden verstärkt Mitarbeiter in den Vorruhestand geschickt.