BASF Furcht vor dem Knebelpreis

Der Konzern will die Tankstellen-Fusion blockieren, weil dadurch die Preise für Rohbenzin stiegen.

Frankfurt - Der Chemiekonzern BASF  hat angeblich Rechtsbeschwerde gegen die Kartellgenehmigung der geplanten Tankstellenfusionen von Shell und Dea  sowie BP  und Aral/Veba Oel eingelegt. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet vorab, das Unternehmen habe kurz vor Ablauf der Einspruchsfrist Anfang dieser Woche die Beschwerde eingereicht. Damit werde es voraussichtlich eine Auseinandersetzung vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf geben, nachdem die deutschen Wettbewerbshüter im Dezember die Fusionen unter strikten Auflagen genehmigt hatten.

BASF lehnte eine Stellungnahme zu dem Zeitungsbericht ab. "Dazu geben wir keinen Kommentar", sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Beim Oberlandesgericht Düsseldorf war zunächst nicht zu erfahren, ob ein Eingang vorliege.

Hintergrund der Rechtsbeschwerde sei, dass BASF hohe Mengen von Naphta oder Rohbenzin zur Produktion von Petrochemikalien wie Ethylen oder Propylen benötige, berichtete die Zeitung weiter. Der Chemiekonzern beziehe an seinem Stammsitz Ludwigshafen das Naphta aus dem Raum Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen über eine Pipeline, die Shell, Dea, BP, Eon sowie dem US-Konzern Exxon Mobil gehöre und damit unter anderem den Hauptbeteiligten der Fusionen. BASF befürchte durch die geplanten Firmenverschmelzungen für sich nun Nachteile. Denn einer abgesprochenen Preissteigerung innerhalb des Kartells könnte BASF nur wenig entgegensetzen. Während dem Konzern heute noch die Möglichkeit bleibt, sich unter den Mitbewerbern den günstigsten Preis auszusuchen, könnte diese Möglichkeit künftig stark eingeschränkt sein.

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