Euro Münzen und Scheine lösen Allergien aus

Gift für Allergiker im neuen Geld - Hautmediziner in Spanien melden steigende Zahl von Erkrankten.

Barcelona - Einem Zeitungsbericht zufolge wurden seit der Euro-Einführung zahlreiche Krankheitsfälle bekannt, die nach Ansicht von Experten auf die neuen Geldscheine und -münzen zurückzuführen sind. Allein in Barcelona meldeten sich dem Blatt zufolge bereits rund 20 Menschen mit Entzündungen und Hautrötungen, die wahrscheinlich durch den Umgang mit dem neuen Geld ausgelöst wurden. Die Zeitung zitierte Mediziner, die mit einem weiteren Anstieg solcher Fälle rechnen.

Bereits vor dem 1. Januar hatten Mediziner darauf hingewiesen, dass giftige Chemikalien und Metalle in den neuen Euros stecken, die Allergiker belasten.

Thomas Fuchs, Präsident des Ärzteverbandes der Allergologen, hatte in der Zeitschrift "Ökotest" gewarnt: "Kassierer, Bankangestellte und Personen, die beruflich viel mit Münzgeld in Berührung kommen, haben ein erhöhtes Risiko, eine Nickel-Allergie zu entwickeln."

Knapp ein Zehntel der Bevölkerung gefährdet

Laut einer Öko-Test-Analyse ist der Nickel-Anteil in den 1- und 2-Euro-Münzen mit 25 Prozent nicht das Problem. Das Gefährdungspotenzial liege vielmehr darin, dass die neuen Münzen übermäßig viel Nickel auf die Haut übertragen. Ein Labor habe ermittelt, dass die Münzen 50-mal mehr lösbares Nickel enthalten, als zum Beispiel bei Modeschmuck erlaubt sei.

Nickelallergiker würden vermutlich mit Rötungen und Juckreiz auf zu häufigen Kontakt mit den Münzen reagieren - Symptome, die auch die Erkrankten der jetzt aus Spanien gemeldeten Welle aufweisen.

Eine Allergie gegen das Edelmetall ist kein Minderheitenproblem. Bis zu sechs Prozent der Männer und elf Prozent der Frauen seien allergisch gegen das Metall. Auch Menschen, die noch nicht gegen Nickel allergisch seien, könnten durch zu häufigen Kontakt eine Allergie entwickeln.

Bedenkliche Zusätze wären vermeidbar gewesen

Auch die neuen Geldscheine sind nach Ergebnissen der Untersuchung mit gesundheitsgefährdenden Substanzen belastet. In der getesteten 10-Euro-Banknote seien 740 Mikrogramm zinnorganische Verbindungen pro Kilo gefunden worden, schreibt "Ökotest", darunter Tributylzinn, Mono- und Dibutylzinn. Diese Stoffe seien sehr giftig und könnten Immun- und Hormonsystem schädigen.

In den Geldscheinen würden die tückischen Stoffe eingesetzt, damit die Farben nicht verblassen. Der Hormonexperte Dietrich Klingmüller aber sagte dem Magazin: "Diese Hormongifte gehören nicht in Geldscheine." Die Textilindustrie habe längst bewiesen, dass es auch unschädliche Chemikalien gibt, um Farben zu stabilisieren.

Die gesundheitlichen Risiken der neuen Währung sind nur schwer zu vermeiden. Mögliche Vorsichtstipps wirken eher hilflos. So sollten Verbraucher darauf achten, die Münzen nicht allzu lang in der Hand zu halten. Kassierer und andere Gruppen mit häufigem Kontakt zu Münzen könnten überlegen, ob sie sich mit Handschuhen gegen die Allergiegefahr wappnen wollen. Das schöne neue Geld scheint eine unangenehme Kehrseite zu besitzen.

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