Fiat Schnell raus aus den Miesen

Um seine Milliardenschulden zügig abzubauen, will der Konzern offenbar mehr Beteiligungen verkaufen als bisher angekündigt.

Hamburg/London - Mit netto sechs Milliarden Euro sitzt Italiens größter Industriekonzern auf einem gewaltigen Schuldenberg. Bereits im Dezember hatte Fiat daher den Teilverkauf der Autozulieferer-Tochter Magneti Marelli angekündigt, der zwei Milliarden Euro in die Kasse bringen soll. Offenbar stehen jetzt weitere Beteiligungen des Unternehmens zum Verkauf.

Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) am Montag unter Berufung auf Branchenkreise berichtet, rechne der Fiat-Konzen nun mit drei Milliarden Euro aus Verkäufen, entsprechend 50 Prozent mehr als bisher. Fiat-Chef Paolo Cantarella wolle am Montag in London im Vorfeld einer geplanten Anleihenausgabe im Wert von einer Milliarde Euro institutionellen Anlegern die Pläne zum Verkauf von Fiat-Töchtern und Unternehmensbeteiligungen erläutern.

Wie die Zeitung mutmaßt, solle 2003 auch die Scheinwerfer-, Getriebe- und Motorteilzulieferung von Magneti Marelli abgegeben werden. Ferner würden Finanzinvestitionen und Aktienbeteiligungen reduziert. Dagegen sei das Kerngeschäft von Fiat nicht von Verkäufen betroffen.

Allerdings plane Cantarella im Rahmen des Sanierungspakets "Next" unter anderem auch in den Bereichen Produktentwicklung und Vertriebsmanagement zusätzlich 900 Millionen Euro einzusparen. Damit korrigiere Fiat zugleich seine Ankündigung vom Vormonat nach oben, den Jahresgewinn um 550 Millionen Euro steigern zu wollen.

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