LVMH Die Geschichte von Louis Vuitton

Die konsequente Markenstrategie von Louis Vuitton ist legendär. Verantwortlich dafür zeichnet allerdings nicht Louis, sondern Sohn Georges.

Hamburg - Louis Vuitton begann seine Karriere als Kofferpacker bei der Kaiserin Eugenie, am Hofe Napoleons III. Üppige Kleider, Hüte und Accessoires rangierte er in schweren Kisten. Die Deckel waren gewölbt, damit das Regenwasser besser ablaufen konnte, Handlichkeit war nicht gefragt. Das änderte sich schlagartig, als die High Societey von der Kutsche auf die Eisenbahn umstieg. Koffer mussten stapelbar sein, das erkannte Louis Vuitton und eröffnete 1854 mit 33 Jahren in Paris sein erstes Geschäft für Koffer mit flachen Deckeln.

Mancher Koffer überlebte den Untergang der Titanic

1860 baute er eine Fabrik im Pariser Vorort Asnieres und ließ dort moderne Koffer aus beschichtetem, wasserabstoßendem und strapazierfähigem Material fertigen. 1896 entwickelte sein Sohn Georges Vuitton auf Segeltuch das legendäre und immer wiederkehrende "Canvas-Monogramm": die in sich verschlungenen Initialen seines Vaters mit einem stilisierten olivgoldenen Blumenmuster - angelehnt an den Jugendstil. Georges legte damit den Grundstein für den in die heutige Zeit reichenden Label-Kult. Dezent und doch unübersehbar sollte das Gepäck nach außen Geschmack und Reichtum seines Käufers zeigen.

Um die Louis-Vuitton-Koffer ranken zahlreiche Geschichten. Das edle und dabei robuste Gepäck soll noch tagelang in der kalten See des Nordatlantiks geschwommen sein, nachdem seine Besitzer 1912 mit der Titanic untergegangen waren. Bei der historischen Auto-Rallye Paris-Peking im Jahr 1907 haben angeblich Vuitton-Koffer das Durchqueren von Wasser besser überstanden als mancher Motor.

Gefertigt werden die traditionsreichen Schrank- und Übersehkoffer nach wie vor aus jahrelang gelagertem Pappelholz für die Rahmen, exotischem Sperrholz für Boden und Deckel sowie Buchenholz für die Leisten. Per Hand werden die Koffer Stück für Stück zusammengenäht und -geklebt. Jeder Messingnagel wird mit dem Hammer eingeschlagen. Verändert hat sich im Laufe der Jahre lediglich der Bezug. Louis Vuitton verwendete noch mit Roggenmehl bestrichenes und imprägniertes Leinen. Seit Ende der fünfziger Jahre wird vinylgetränkte Baumwolle verwendet.

Wandelbar in Form und Farbe zeigte sich vor allem das Handgepäck. Für die immer mobiler werdende Gesellschaft gibt es Reisetaschen in allen Ausführungen. Dennoch greift irgendwann die Kundschaft immer wieder zu den berühmt gewordenen Klassikern. Die Zeiten mögen sich ändern, Oliv, Braun und Gold bleiben.

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