Nokia "Untragbar"

Firmensitz-Verlagerung. Das Heimatland ist dem finnischen Handyhersteller einfach zu teuer.

Helsinki - Der finnische Handy-Hersteller Nokia  will Medienberichten zufolge seinen Sitz bis Ende 2006 aus Finnland ins Ausland verlagern. Die hohen Steuern seien auf Dauer untragbar, sagte Konzernchef Jorma Ollila in einem Interview mit dem finnischen TV-Sender YLE.

Den Angaben zufolge arbeiten 40 Prozent der Nokia-Angestellten in Finnland. Allerdings trügen die Umsätze in Finnland nur etwas mehr als ein Prozent zum gesamten Umsatzes von Nokia bei. Unternehmensführung, der Hauptsitz und der Großteil der Forschungsabteilung befänden sich in Finnland.

An der Börse in Helsinki ist Nokia höher bewertet als alle anderen Firmen zusammen. Außerdem ist das Telekom-Unternehmen für rund ein Viertel des gesamten finnischen Exportes und für praktisch die gesamte privat finanzierte Forschung im Land verantwortlich.

Holz- und Papierkonzerne wie Stora Enso und UPM-Kymmene, die zu den anderen Schwergewichten der finnischen Wirtschaft zählen, erzielen nur rund ein Drittel des Nokia-Umsatzes.

Der finnische Wirtschaftsanalytiker Jyrki Ali-Yrkkö sagt: "Finnland ist von einem einzigen Unternehmen stärker abhängig als jedes andere westliche Land. Leute im Ausland denken bei Finnland sogar oft nur an Nokia."