Swissair Die Chronik eines Absturzes

Der angeschlagene Luftfahrtkonzern geriet 2001 in das schwierigste Jahr seiner Geschichte. Ein Rückblick auf die Ereignisse - Teil 2.

23. September 2001:

Die Schweizer Regierung kündigt an, dass eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Schweizer Wirtschaft und des Staates eingesetzt wird, um das Unternehmen zu sanieren.

24. September 2001: Swissair legt einen Sanierungsplan vor, der die Zusammenlegung von Crossair und Swissair sowie eine Reduzierung der Langstreckenflotte um 25 Prozent und Stellenstreichungen vorsieht. Wie gross der Arbeitsplatzabbau ist, ist noch unklar. Beim Flugverpflegungsgeschäft Gate Gourmet sollen rund 3000 Stellen gestrichen werden. Nach den Worten von Konzernchef Mario Corti braucht die Gruppe zudem mindestens zwei bis drei Milliarden Schweizer Franken neues Kapital.

26. September 2001: Die Nachrichtenagentur Reuters meldet: "Die Swissair Group befindet sich nach Aussagen eines Sprechers trotz einer weiter wachsenden Verschuldung nicht in Zahlungsschwierigkeiten. 'Wir sind zahlungsfähig', sagte er."

26. September 2001: Die Deutsche Bank sperrt der Fluggesellschaft den Zugriff auf einen Milliardenkredit. Das berichtet die in Frankfurt erscheinende "Börsen-Zeitung". Sie beruft sich dabei auf eine am Dienstag erschienene "Credit Research"-Studie von Dresdner Kleinwort Wasserstein.

29. September 2001: Die Krise des Luftfahrt-Konzerns spitzt sich dramatisch zu, ein Teilkonkurs droht. Der Schuldenberg ist auf 17 Milliarden Franken gewachsen, 72.000 Arbeitsplätze sind bedroht.

Swissair spricht mit der Schweizer Regierung, die mit drei Prozent an der Swissair beteiligt ist. Ein Sprecher des Unternehmens sagt, die Folgekosten aus den Anschlägen in den USA beliefen sich auf mehrere Milliarden Franken in den kommenden zwei Jahren. "Ohne Staatshilfe können wir das nicht bewältigen", räumt der Sprecher ein. Die Schweizer Großbank Credit Suisse arbeitet nach eigenen Angaben an einer Lösung für Swissair.

30. September 2001: Die Großbanken Credit Suisse und UBS wollen die Swissair retten. Mit der Übernahme von Crossair und einem Überbrückungskredit wenden sie den Bankrott ab.

3. Oktober 2001: Der Handel mit den Aktien der Sairgroup, die die Fluglinie Swissair betreibt, wird wieder aufgenommen. Gehandelt wird zu 1,15 Euro - verglichen mit dem Schlußkurs vom Freitag der Vorwoche entspricht dies einem Minus von 96 Prozent. Noch im Dezember 2000 wurden für die Aktie Preise von über 180 Euro gezahlt.


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