Stinnes Das Netz wächst

Trotz Konjunkturflaute will der Logistiker expandieren. Zukäufe in den USA stehen an.

Mülheim/Ruhr - Der Logistikkonzern Stinnes  will seine Verkehrstochter Schenker deutlich stärken. Dies solle vor allem durch Übernahmen in den USA und einen Ausbau der See- und Luftverkehre über den Pazifik geschehen, teilte die Stinnes AG in Mülheim mit. Die Ausgangsposition sei "hervorragend".

So sei Schenker im Geschäftsfeld europäischer Landverkehr neben der Deutschen-Post-Tochter Danzas Marktführer mit einem Anteil von jeweils 2,2 Prozent. Außerdem verfügten lediglich Schenker und Danzas über ein flächendeckendes logistisches Netzwerk in Europa.

Nachholbedarf bei der Auslagerung von Logistik

Logistik sei eine überproportional schnell wachsende Branche, die noch viel Potenzial berge, betonte der Vorstandsvorsitzende der Schenker Deutschland AG, Hans-Jörg Hager. So hätten in Deutschland und Westeuropa durchschnittlich erst rund 27 Prozent der Unternehmen ihre Logistik ausgelagert. In Großbritannien seien es jedoch bereits 40 Prozent.

Prognosen trotz Konjunkturflaute unverändert

Stinnes bleibt nach eigenen Angaben bei seinen Prognosen für das laufende Geschäftsjahr. Demnach will das mehrheitlich zum Eon-Konzern gehörende Unternehmen den Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) trotz eines schwierigen konjunkturellen Umfelds um 25 Prozent steigern.

Im Jahr 2000 erwirtschaftete Stinnes in seinen drei Geschäftsbereichen Verkehr, Chemie und Werkstoffe einen Umsatz von 12 Milliarden Euro (23,47 Milliarden Mark). Das Ebit lag bei 262 Millionen Euro. Knapp zwei Drittel der 43.000 Beschäftigten arbeiten im Ausland.