Aldi Erfolgsstory mit offenem Ende

Die Brüder haben offensichtlich völlig unterschiedliche Vorstellungen von der Zukunft. Einziger Konsens scheint zu sein, dass sie am langfristigen Erfolg einer Stiftungslösung zweifeln.

Ein Börsengang, gar ein gemeinschaftlicher, scheint ebenso auszuscheiden. Keiner braucht Kapital, und die unvermeidlichen Publizitätsvorschriften schon gar nicht. Beide Gruppen sind schuldenfrei.

Diskutiert wurden andere Modelle. Beispielsweise ein Verkauf des Ladennetzes. In diesem Fall würden die Alteigentümer nur die Servicegesellschaften, vor allem den Einkauf, behalten und sich so wesentlichen Einfluss auf das Geschäft sichern. Eine Einigung über ein solches Modell gab es hingegen nicht.

Da mit Theo offenbar nicht zu reden ist, preschte Karl im Süden mit der Neuordnung der Führungsstruktur vor. Bei Aldi Nord hingegen deutet sich noch keine Spur von Wandel an.

Und das, obwohl die Topmanager des Essener Unternehmens fast durchweg ein pensionierungsfähiges Alter erreicht haben. Theos Sohn Berthold, der in Geschäftsfragen aktivere Filius, nähert sich mit seinen fast 60 Lebensjahren auch schon der gesetzlichen Altersgrenze.

Sollte der verschwiegene Theo nicht doch noch mit einem Überraschungskandidaten aufwarten, gerät Aldi Nord längerfristig womöglich ins Hintertreffen.

Das Ende der geheimnisvollen Aldi-Story ist also offen. Vielleicht, so scherzt man gelegentlich nicht nur in Karls Management, wird Aldi Süd eines Tages den Bruder im Norden aufkaufen.

Das wäre dann eine Wiedervereinigung der besonderen Art.

Petra Schlitt

Verwandte Artikel