Autoindustrie Japaner gescheitert

Zuerst wurde die japanische Autoindustrie, deren Geschäftsmodell die Basis für die MIT-Studie gebildet hatte, von den Versäumnissen eingeholt.

Mazda, Nissan, Mitsubishi, Isuzu, Suzuki und Subaru sind mit ihrer Politik, gute Qualität und günstige Verkaufspreise würden es allein schon richten, gescheitert. Sie sind als selbstständige Hersteller vom Markt verschwunden.

Die beiden großen Amerikaner GM und Ford haben in Europa mit biederen Brot-und-Butter-Autos massiv Marktanteile an die hiesigen Wettbewerber verloren. In den USA selbst mussten die Detroiter Manager mit ansehen, wie die aufstrebende Yuppie-Gesellschaft auf Mercedes-Benz und BMW, Audi und Porsche sowie Lexus aus dem Toyota-Konzern umstieg.

Die selbstbewussten Lifestyle-Kunden sorgten für den Aufschwung der Premiummarken in den USA. Deutsche Hersteller fuhren hier Gewinne ein, die - unterstützt durch den starken Dollar - alsbald ein Viertel (Mercedes-Benz) oder gar die Hälfte (Porsche) ihres gesamten Profits ausmachten.

Zwei Japaner waren auf dem US-Markt ebenfalls erfolgreich mit neu geschaffenen Topmarken: Honda mit Acura und vor allem Toyota mit Lexus. Die beiden sind die einzig selbstständig überlebenden Autohersteller der einst gefürchteten Japan AG.

Von den Amerikanern schwenkte lediglich Ford auf den Kurs ein, allerdings sehr spät. Die US-Manager hatten zwar schon Ende der 80er Jahre Aston Martin und im Jahr 1990 auch Jaguar übernommen; sie kümmerten sich zunächst aber kaum um ihre Zukäufe.

Erst Mitte der 90er Jahre forcierte der damalige Jaguar-Chef und heutige Ford-Vize Nick Scheele (57) den Ausbau der britischen Edelmarke. Danach holte Ford noch Volvo und Land Rover in den Konzern, bündelte das Geschäft in der Premier Automotive Group und startete mit dem ehemaligen BMW-Manager Wolfgang Reitzle (52) als Galionsfigur die Aufholjagd.

Gewiss haben der lang anhaltende Aufschwung in den USA und die stabile Autokonjunktur in Westeuropa in den 90er Jahren den Siegeszug der Premiumhersteller begünstigt. Und natürlich muss sich, wie Kritiker raunen, erst erweisen, dass die technisch versierten Champions auch bei schlechtem Wetter siegen können.

Gleichwohl haben Mercedes & Co. die Boomphase genutzt, um weltweit ein starkes Imageprofil aufzubauen. Autoexperte Diez: "Von diesem Markenkonto können die Unternehmen jetzt Guthaben abheben." Im Klartext: Sie weiten ihr Modellangebot beständig aus; mit klangvollen Namen dringen sie immer tiefer in die Massenmärkte vor.

Frank Scholtys

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