Bayer Potenter Partner für das andere Viagra

Leverkusener Loveparade - Glaxo wird Vertriebspartner für einen neuen Hoffnungsträger.

Leverkusen - Die Bayer AG  will ihren potentiellen Blockbuster Vardenafil zusammen mit dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline vermarkten. Damit hat der in den USA vertriebsschwache Pharmakonzern einen starken Partner gefunden. Das weltweite Co-Promotion-Abkommen für das Medikament gegen Erektile Dysfunktion sieht vor, das alle folgenden Entwicklungs- und Marketingkosten, ebenso wie die Gewinne geteilt werden.

Umsatzpotenzial auf eine Milliarde Euro hochgepumpt

Für die Produktion und die Zulassung ist Bayer den Angaben zufolge aber allein verantwortlich. Bayer bezifferte das maximale Umsatzpotenzial des neuen Medikaments auf über eine Milliarde Euro. Bislang war von mindestens 900 Millionen Euro die Rede.

Vardenafil trifft auf einen dynamisch wachsenden Markt

Bayer will sein Potenzmittel zuerst in den USA einführen und rechnet mit einer entsprechenden Zulassung in der zweiten Hälfte 2002. Für Europa soll die Zulassung im Dezember 2001 beantragt werden, hieß es. Mit Vardenafil werde sich Bayer in einem dynamisch wachsenden Markt etablieren, sagte Pharmachef David Ebsworth.

Nach Bayers Schätzungen leiden mehr als die Hälfte der Männer über 40 Jahren an einer medizinisch als Erektile Dysfunktion bezeichneten Erektionsschwäche. Für GlaxoSmithKline stellt die Kooperation mit Bayer laut Vorstandschef Jean-Pierre Garnier eine gute Ergänzung des eigenen Produktportfolios dar.

Konkurrenz für das Blue-Chip-Medikament Viagra

Als wichtigen Grund für die Kooperation mit GlaxoSmithKline nannte Bayer-Pharmachef Ebsworth den großen Wettbewerb auf diesem Markt. Nach der Potenzpille Viagra des US-Pharmariesen Pfizer hat inzwischen auch der Pharmakonzern Eli Lilly ein Potenzmittel auf den Markt gebracht. Von Bayer in Auftrag gegebenen Studien zufolge ist Vardenafil verträglicher und hat weniger Nebenwirkungen als Viagra.

Die Börse reagierte mit anziehenden Kursen auf die Nachricht über die Kooperation. Bayer-Aktien zogen in einem festen Gesamtmarkt um zwei Prozent auf 34,75 Euro an.

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