Lucent Milliardenverluste

Seit Januar wurden 29.000 Jobs gestrichen. Der Stellenabbau geht ins Geld.

Trenton - Die Flaute in der Hightech-Branche und Kosten für den massiven Personalabbau haben dem einstigen Börsenliebling Lucent Milliardenverluste beschert. Die im Oktober für das vierte Quartal vorgelegten Zahlen des Konzerns übertrafen die Befürchtungen der Analysten. Lucent berichtete von einem Verlust von 8,8 Milliarden Dollar (19,27 Milliarden Mark/9,86 Milliarden Euro) für das vierte Geschäftsquartal und einem Umsatzrückgang von 28 Prozent. Dennoch hofft Lucent, in den kommenden Jahren in die schwarzen Zahlen zurückzukehren.

Selbst bereinigt um die milliardenschweren Sonderbelastungen fiel der Verlust mit 909 Millionen Dollar oder 27 Cents je Aktie höher aus als erwartet. Analysten hatten laut Thomson Financial/First Call einen Verlust von 23 Cents je Aktie erwartet. Der Umsatz verringerte sich auf 5,2 Milliarden Dollar. Lucent hatte sich nach dramatischen Verlusten ein hartes Restrukturierungsprogramm verordnet.

Seit Januar wurden 29.000 Jobs unter anderem durch Vorruhestand und Ausgliederung von Firmenteilen gestrichen. Derzeit sind noch 77.000 Menschen bei Lucent beschäftigt, weitere Stellen sollen aber abgebaut werden. Ziel ist eine Verringerung der Arbeitsplätze auf 57.000 bis 62.000. Zugleich erklärte der Konzern, er liege mit seinem Restrukturierungsprogramm voll im Plan.

Die erste Phase sei abgeschlossen. Einige Analysten hielten eine Rückkehr von Lucent in die Gewinnzone im kommenden Jahr dennoch für fraglich. Andere wiesen aber darauf hin, dass sich der Konzern besser als seine Konkurrenten entwickelt habe. Für das gesamte Geschäftsjahr 2001 wies Lucent einen Verlust von 16,2 Milliarden Dollar aus, nach einem Gewinn von 1,2 Milliarden Dollar im Vorjahr. Der Umsatz verringerte sich um 26 Prozent auf 21,2 Milliarden Dollar.