Exxon Mobil Zwölf Milliarden auf Russland gesetzt

Der Ölriese expandiert. Russlands Ministerpräsident spricht von "wichtigem Signal".

Moskau - Der größte US-Ölkonzern Exxon Mobil will über sein russisches Tochterunternehmen zwölf Milliarden Dollar (13,4 Mrd Euro/ 26,3 Mrd DM) in die Ölförderung in Russland investieren. Das Geld solle binnen in den kommenden acht Jahren in das Projekt Sachalin-1 fließen, sagte der Präsident der Exxon-Tochter Exxon-Neftegaz, Neil Duffin in Moskau. Ministerpräsident Michail Kasjanow bezeichnete die Entscheidung als "wichtiges Signal für ausländische Investoren" in Russland.

Die zwölf Milliarden Dollar, die Exxon Mobil in erdölreiche Gebiete investiert, entsprechen grob geschätzt dem Gewinn, den der US-Konzern innerhalb eines Jahres erreicht: Im jüngst veröffentlichten Quartalsbericht - Stand bis Ende September - waren es 3,3 Milliarden Dollar. Allerdings hatte Exxon damit ein unterdurchschnittliches Ergebnis eingefahren. Im Vorjahresquartal war der Gewinn noch um 23 Prozent höher ausgefallen.

Trotz dieser Zahl, die unter den Analysten-Erwartungen lag, verfügt Exxon weiterhin über zwei Vorteile gegenüber dem Gros der Mitbewerber: Im Vergleich zu den meisten Mitbewerbern sticht Exxon Mobil allerdings mit einer hohen Profitabilität in den meisten Sparten und einem stabil hohen Cashflow hervor. Da der Konzern ausserdem bis zur Ankündigung des Projekts über neun Milliarden Dollar Cash-Reserven verfügte, war eine Großinvestition von der Mehrzahl der Marktbeobachter erwartet worden.

340 Millionen Tonnen Öl, gigantische Gasvorkommen

Exxon-Neftegaz will in kürze mit der Erschließung von drei Öl- und Gasfeldern im Festlandsockel der fernöstlichen Insel Sachalin beginnen. Die Vorräte der Vorkommen Arkutun-Dagi, Odoptu und Chaiwo werden auf knapp 340 Millionen Tonnen Öl und 420 Milliarden Kubikmeter Gas geschätzt.

Die Industrie-Förderung werde nicht vor Ende 2005 beginnen, meldete die Nachrichtenagentur Interfax weiter. Pro Jahr sollen acht Millionen Tonnen Öl und 9,5 Milliarden Kubikmeter Gas gefördert werden. Der russische Fiskus werde in den acht Jahren knapp 40 Milliarden Dollar in Form von Steuern und durch Produktteilung erhalten.

Exxon-Neftegaz hält an dem Projekt einen Anteil von 30 Prozent. 8,5 Prozent liegen beim russischen Erdölunternehmen Rosneft und 11,5 Prozent bei der Öl- und Gasfirma Rosneft-Sachalinmorneftegas. Weitere 20 Prozent gehören der indischen Ölgesellschaft ONGC und 30 Prozent dem Konsortium japanischer Gesellschaften SODECO.