Bayer Notfall-Paket in die USA nicht gestoppt

Die US-Gesundheitsbehörde soll auf billigere Medikamente umgeschwenkt sein - Bayer dementiert.

Leverkusen - Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer sieht seine Antibiotika-Lieferungen an die US-Regierung nicht durch Anti-Milzbrand-Medikamente anderer Unternehmen gefährdet. Der Wirkstoff Doxycycline soll bei der Behandlung von Lungenmilzbrand in Ergänzung zu Ciprobay genommen werden, sagte ein Sprecher der Bayer AG.

US-Milzbrand-Arznei gefährdet Ciprobay-Absatz nicht

Die Interpretation, Ciprobay werde von den US-Behörden durch Doxycycline ersetzt, sei falsch. Der Wirkstoff Doxycycline sei genau so wirksam wie das Bayer-Medikament, war die US-Gesundheitsbehörde in der "Washington Post" zitiert worden. Das Medikament habe zudem weniger Nebenwirkungen und koste nur einen Bruchteil von Ciprobay. Zudem wurde eine latente Gefahr erwähnt: Wenn für längere Zeit nur ein einziges Mittel verwendet werde, steige das Risiko einer Resistenz. Zurzeit werden Tausende Menschen in den USA mit dem Antibiotikum Cipro behandelt. Bayer liefert auf Bestellung der US-Regierung 100 Millionen Tabletten als Notfallreserve zu einem stark ermäßigten Preis von etwa 105 Millionen Euro.

Mehrere US-Anwälte kündigten Klagen gegen das Leverkusener Chemie- und Pharmaunternehmen an, weil eine wettbewerbswidrige Vereinbarung mit Konkurrenten vermutet wird. Die Bayer AG verhindere damit die Herstellung direkter Konkurrenzprodukte in den USA, lautete die Kritik. Ein Bayer- Sprecher wies den Vorwurf illegaler Absprachen entschieden zurück.