Allianz "Völlig neue Größenordnung"

Die Folgen der Terroranschläge verhageln die Bilanz um rund eine Milliarde Euro.

München - Die Terrorschläge in den USA vom 11. September werden die Bilanz der Allianz (Kurswerte anzeigen) nach Rückversicherung mit bis zu einer Milliarde Euro belasten. Wie Vorstandsvorsitzender Henning Schulte-Noelle im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" hinzufügte, wird die Allianz als Unternehmen mehr als zwei Milliarden Euro auszahlen.

"Wenn die Schadendimensionen völlig neue Größenordnungen annehmen, dann muss es erlaubt sein zu fragen: Wie lange können Risiken privatwirtschaftlich versichert werden, und ab wann muss der Staat eintreten", so Schulte-Noelle wörtlich. In Europa habe sich ein solches Ausmaß an staatlicher Regulierung gebildet, dass die wirtschaftlichen Antriebskräfte erstickt wurden. Daher sei es richtig, dass sich der Staat aus Bereichen zurückzieht, die Private besser erledigen können. Dazu gehören nach Überzeugung des Allianz-Vorstands aber ganz sicher nicht Fragen der Sicherheit und bestimmter Bereiche der Daseinsvorsorge.

Unterdessen sagte Schulte-Noelle, der zurzeit mit Bundeskanzler Gerhard Schröder auf Asienreise ist, dass sein Unternehmen die Präsenz in Indien verstärkt habe. Die Eröffnungszeremonie einer mit 30 Millionen US-Dollar Kapital ausgestatteten Lebensversicherungsgesellschaft namens Allianz Bajaj sei am Sonntagabend gefeiert worden, so Schulte-Noelle. Die Allianz ist an dem Unternehmen mit 26 Prozent beteiligt. Eine höhere Beteiligung ist laut indischem Recht nicht zulässig.