LTU Bürgschaft über 300 Millionen

Der Ferienflieger steht vor der Pleite. Großaktionär Rewe will kein Geld nachschießen. Jetzt soll das Land Nordrhein-Westfalen in die Bresche springen.

Hamburg - Die Charterfluggesellschaft LTU kämpft nach Angaben der "Financial Times Deutschland" (FTD) ums Überleben. Wie die Zeitung in ihrer Montagausgabe berichtet, reicht nach Angaben unternehmensnaher Kreise die Zahlungsfähigkeit noch bis Mitte November. Für LTU sei die Lage besonders dramatisch, weil Anteilseigner Rewe keine zusätzliche Hilfe in Aussicht stelle. "Rewe hat sich nicht über das bisherige Maß hinaus beteiligt und wird dies auch nicht tun", sagte Hans Reischl, Chef der Kölner Handels- und Tourismusgruppe, der "FTD".

Um die Bonität von LTU zu garantieren, hält Reischl eine Bürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von 300 Millionen Mark für notwendig. "Das Überleben von LTU hängt von der Landesbürgschaft und anderen Krediten ab", sagte er.

Außerdem sollen die rund 2300 LTU-Mitarbeiter auf Teile ihres Gehalts verzichten. Am Montag begannen entsprechende Verhandlungen, die in den kommenden drei Jahren zu Einsparungen in Höhe von 150 Millionen Mark führen sollen.

Branchenfremder Investor unwahrscheinlich

Ein solcher Schritt müsste von der EU genehmigt werden. Vertreter des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums führten bei der Generaldirektion für Transport und Verkehr in Brüssel bereits Gespräche, hieß es weiter. LTU hat nach eigenen Angaben alle Unterlagen für einen Bürgerschaftsantrag zur Verfügung gestellt.

Rewe ist mit 40 Prozent Anteil zweitgrößter LTU-Gesellschafter hinter Swissair, die 49,9 Prozent hält. Die Schweizer Fluglinie steht unter Nachlassverwaltung. Für ihren Anteil wird ein neuer Investor gesucht, der die anteiligen Verluste der LTU in seine Bilanz aufnehmen kann. Eine Übernahme des Swissair-Anteils durch Branchenfremde aus rein steuerlichen Gründen schloss Reischl aus.