Merrill Lynch Drastisches Sparprogramm

Die Edelbanker müssen sparen. Der neue Chef, Stanley O'Neal, setzt den Rotstift an. 10.000 Stellen sind in Gefahr.

Brüssel - Das US-Investmenthaus Merrill Lynch  plant nach Informationen des "Wall Street Journals" eine der größten Umstrukturierungen in seiner 86-jährigen Geschichte und will weltweit bis zu 10.000 Stellen streichen. Das entspreche etwa 15 Prozent der 68.200 Mitarbeiter, schreibt die Zeitung in ihrer Mittwochausgabe unter Berufung auf leitende Mitarbeiter des Konzerns. Die Umstrukturierungen würden das Ergebnis einmalig um eine Milliarde Dollar belasten.

Wie die Zeitung schreibt, werde unter der Ägide des neuen Merrill-Lynch-Präsidenten E. Stanley O' Neal unter anderem geprüft, ob das Geschäft in Japan, Kanada, Australien und Indien entweder völlig eingestellt oder drastisch eingeschränkt wird. Auch das Geschäft im Heimatland USA, darunter die Vermögensverwaltung, stehe auf dem Prüfstand.

Insgesamt suche das Management nach Einsparungsmöglichkeiten zwischen 1,4 und 1,7 Milliarden Dollar, heißt es. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen. Auch gebe es kein vorgegebenes Ziel für eine weltweite Stellenreduzierung.

Merrill Lynch habe bereits vor den Attacken des 11. September rückläufige Geschäftszahlen vor allem im Brokerage verbucht, schreibt die Zeitung. Die Anschläge hätten das Geschäft weiter belastet.

Merrill Lynch wollte diese Zahlen am Mittwoch laut der Internetausgabe der New York Times nicht bestätigen. Zwar gäbe es Überlegungen, eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.